Hösbach/Olongapo. Gemeinsam mit der Partnerorganisation Project Life Subic entwickelte GMI-Gründer Tobias Schüßler ein Programm, das den Teilnehmern nicht nur berufliche Grundlagen vermittelt. Es hilft ihnen auch, den finanziellen Aufwand ihrer späteren Bewerbung um einen Arbeitsplatz zu decken. Sie können sich nach ihrer Ausbildung schneller um eine Arbeitsstelle bewerben und haben so eine größere Chance auf ein Leben außerhalb der Armut.

40 Cent pro Ausbildungstag für ein besseres Leben

Zu Anfang der 10-wöchigen Ausbildung zur industriellen Näherin erhalten alle Teilnehmerinnen eine Sparmaus, in die sie an jedem Unterrichtstag umgerechnet etwa 40 Cent einwerfen können. Die Teilnahme ist freiwillig, die Teilnehmer können jederzeit ihr Geld zurückerhalten. Jeder Teilnehmende kann so bis zu 12 € ansparen - für die dortigen Verhältnisse ein hoher Betrag. Zusätzlich gibt es Informationen, warum Geld sparen wichtig ist und wie das auch nach dem Kurs erreicht werden kann. Nach der Ausbildung erhalten die Teilnehmer das Geld und können es für die Jobsuche verwenden.

Wie hilft das bei der Jobsuche?

“Für eine Bewerbung um einen der begehrten Arbeitsplätze in der Subic Bay Freeport Zone, müssen die Kandidaten Kopien von Ausweis und Geburtsurkunde zur Verhinderung von Kinderarbeit einreichen und Gesundheitsbescheinigungen - das kostet Zeit und Geld”, erklärt Leslie Nabong, Projektleiterin von Project Life Subic. “Oft brauchen die Bewerber lange, um für die nötigen Gebühren zu sparen. Mit der Sparmaus erhöhen wir die Jobchancen der Teilnehmer, da sie die Dokumente schneller bekommen. Je weniger Zeit zwischen Ausbildungsende und Bewerbung liegt, desto höher sind die Chancen auf eine schnelle Anstellung!”

Sparen in den Armenvierteln

Geld sparen ist für Bewohner der Armenviertel ein schwer erreichbares Luxusgut. Das wenige Einkommen wird meist sofort für den täglichen Bedarf ausgegeben. Mit dem Sparprogramm lernen sie, regelmäßig einen kleinen Betrag, auf den sie verzichten können, beiseite zu legen, um ihn später sinnvoll einsetzen zu können. Schüßler hat die Teilnehmer auf den Philippinen besucht. Er ist begeistert von den Ergebnissen: „Die Teilnahme am Programm ist freiwillig. Trotzdem machen alle Auszubildenden mit und sparen für eine Zukunft außerhalb der Armut. Gemeinsam mit unserer Partnerorganisation setzen wir diese neue Initiative auf jeden Fall fort!“