Tobias Schüßler, Gründer der Hösbacher Global Micro Initiative e.V. reiste nach Indonesien, um Teilnehmer des Mikrokreditprogramms auf Lombok zu besuchen. Was er erlebte, berührte ihn zutiefst.
“Was mich bei den Besuchen unserer Projektteilnehmer jedes Mal am meisten berührt, ist die Freude, mit der sie uns ihr kleines Unternehmen zeigen, die Träume, die sie haben und die Energie, mit der sie diese Träume verwirklichen wollen.” So schildert Schüßler seine Eindrücke. Vor kurzem war er nach Lombok gereist, um gemeinsam mit Mitarbeitern von GMI’s Partnerorganisation Gema Alam NTB Projektteilnehmer zu besuchen und Strategien für das kommende Jahr auszuarbeiten.
“Ziel unserer Arbeit ist nicht nur, Mikrokredite an Kleinunternehmer zu vergeben, die mit weniger als 2 Euro am Tag auskommen müssen”, erklärt Schüßler. “Wir möchten den Menschen nachhaltig helfen, damit ihre Lebensumstände dauerhaft besser werden.” In Seminaren, die GMI dank zahlreicher Spender ermöglicht, lernen die Mikrokredit-Empfänger deshalb u.a. betriebswirtschaftliche Grundlagen. “Als wir Farmi besuchten, fragte ich sie, wie es ihr geht”, berichtet Schüßler. “Daraufhin zeigte sie mir stolz ein Heft, in das sie sauber und übersichtlich ihre Einnahmen und Ausgaben eingetragen hatte.”
Farmi hatte vor 2 Jahren ein eigenes Geschäft eröffnet. Sie verkauft indonesische Kräcker. Dank der Unterstützung von GMI konnte sie an zwei Seminaren teilnehmen. Hier lernte sie u.a., ihre Einnahmen und Ausgaben zu protokollieren. Somit ist sie in der Lage, ihren Gewinn zu errechnen und die Ausgaben für neues Material zu kalkulieren. Durch einen Mikrokredit von GMI und das Wissen aus den Seminaren, verdient Farmi heute fast so viel wie ihr Mann und hat somit das Familieneinkommen verdoppelt. “Es hat mich sehr berührt, wie Stolz und glücklich Farmi ausgesehen hat, als sie mir ihre Buchhaltung zeigte und von ihren Plänen erzählte, mit einem weiteren Mikrokredit ihr Geschäft zu erweitern.”
Auch Sopian aus Beririjarak erhielt spendenfinanzierte Mikrokredite von GMI und nahm an Seminaren teil. Innerhalb von zwei Jahren gelang es ihm, eine Kaffeerösterei aufzubauen. Inzwischen verkauft er 4 unterschiedliche Sorten Kaffee nicht nur in seinem Dorf, sondern indonesienweit über das Internet. “Bei meinem Besuch erzählte er mir stolz von seiner bevorstehenden Hochzeit”, berichtet Schüßler. “Eine Hochzeit wäre vor 2 Jahren für Sopian noch undenkbar gewesen. Er ist körperlich behindert und hätte in der indonesischen Gesellschaft keine Chance gehabt. Heute ist er ein angesehener Geschäftsmann, der einheimische Kaffeebauern unterstützt und sogar anderen Kleinunternehmern beim Verkauf ihrer Produkte hilft. Dank unserer Spender kann Sopian nicht nur sich selbst und seine Eltern ernähren, sondern auch seine Frau und später seine Kinder. Solche Begegnungen berühren mich sehr und sind für uns ein Ansporn, uns auch in Zukunft intensiv für eine bessere Zukunft der Menschen in Südostasien einzusetzen."