Es war still in den Räumen des christlichen Bücherladens „Senfkorn“ in Unterrodach. Nachdenklich und sichtlich ein wenig betroffen lauschten die zahlreichen Gäste, die den Weg zum Vortrag von Dedo Raatz gefunden hatten. Es waren harte Worte, die der Referent da sagte, Erfahrungsberichte von Christen, die in Nigeria um ihr Leben fürchten mussten. Raatz schilderte die verzweifelte Lage der verfolgten Christen, die trotz allem ihrem Glauben an Jesus Christus treu bleiben. Wie um eine Unterstützung und Bestätigung für seine Ausführungen zu bekommen, meldete sich ein Zuhörer aus dem Landkreis, der selbst aus Nigeria geflohen ist und hier in Deutschland um Asyl nachsucht. Auch Dedo Raatz war von den Erlebnissen des Flüchtlings betroffen. „Alles was ich euch erzählt habe, hat er wirklich erlebt und kann euch bestätigen, dass es wahr ist“, bekräftigte Raatz.

Am Samstag fand ein Flohmarkt im Hof des „Senfkorn Unterrodach“ statt, der von vielen Besuchern umlagert war und Kaffee und Kuchen wurden in den Räumen des „Senfkorn“ angeboten. Dedo Raatz nutzte die Gelegenheit, mit den Gästen in Kontakt zu kommen, sich mit ihnen zu unterhalten und seine Anliegen vorzubringen. Als Gastprediger beim Gottesdienst am Sonntag in der Michaelskirche Unterrodach rüttelte er die Gemeinde mit dem Thema „Sünde ist vergeben. Leid ist geblieben. Warum?“ auf. Mit dem Erlös des Festwochenendes wird die Hilfsaktion Märtyrerkirche (HMK) unterstützt, für die Dedo Raatz arbeitet.

Infos Dedo Raatz
Dedo Raatz wurde am 02.09.1965 in Berlin geboren. Er ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. Dedo Raatz ist für die Gemeindearbeit der Hilfsaktion Märtyrerkirche zuständig. Er fungiert als Brückenbauer zwischen den verfolgten Gemeinden in aller Welt und den Gemeinden in Deutschland. Zum Glauben fand der gelernte Versicherungskaufmann erst im Alter von 37 Jahren. „Durch das Lesen der Bibel in einem Hotel änderte sich mein Leben. Besonders bewegt hat mich die Bergpredigt und der Ruf ‚Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. Jesus Christus hat mich in schweren Zeiten behütet und mir einen Weg gezeigt“, sagt Dedo Raatz von sich selbst. Seit 2016 ist er nun bei HMK tätig.

Info Arbeit der Hilfsaktion Märtyrerkirche (HMK)
Die HMK unterstützt seit fast 50 Jahren verfolgte Christen auf der ganzen Welt. Mit über 100 Projekten in rund 30 Ländern leistet sie konkrete Hilfe. Wie die HMK hilft wird Herr Dedo Raatz an Beispielen erläutern. Er möchte aber auch darauf aufmerksam machen, wie Jesus sie in dieser schweren Zeit trägt und wie sich trotz Verfolgung die „Gute Nachricht“ ausbreitet und viele Menschen zum Glauben an Jesus kommen. Außerdem schafft die HMK Kontakt zwischen der freien und der bedrängten Kirche. Sie wurde von der verfolgten Gemeinde selbst gegründet. Die Arbeit geht auf Pfarrer Richard Wurmbrand zurück, der aufgrund seines christlichen Bekenntnisses verfolgt wurde und insgesamt 14 Jahre in Rumänien inhaftiert war. Nachdem er das kommunistische Rumänien verlassen konnte, machte er auf das Schicksal verfolgter Christen aufmerksam.