Während sich viele Politiker noch irritiert zeigen, manchen es in CDU und CSU gar die Sprache verschlagen hat, stimmt das Volk bereits über die Öffnung der Ehe für alle ab. Denn nach dem Votum in Irland ist die Stunde zur vollen Gleichberechtigung auch in Deutschland so günstig wie nie. Unterstützer der „Ehe für alle“ haben sich bereits gesammelt und eine Petition gestartet.

Unter dem Motto „Endgültige Gleichstellung der „Homo-Ehe“ | Ehe für alle!“ kann jede/r auf der Website openpetition.de eine Stimme abgeben. Die Petition ist an die Bundesregierung gerichtet.

Wörtlich heißt es auf openpetition.de: „Wir fordern die Bundesregierung (...) auf – insbesondere die CDU/CSU – die endgültige Gleichstellung der ,Homo-Ehe‘ zu beschließen. Die Ehe muss für alle Menschen in Deutschland offen sein! – Im Artikel 6 des Grundgesetzes ist die Ehe geschützt, sie wird aber nicht definiert, sodass bei einer vollständigen Gleichstellung das Grundgesetz zwar geändert werden könnte, aber nicht geändert werden muss.“

Warum Unterstützer unterschreiben

„Die Ehe ist kein Privileg für heterosexuelle Menschen, sondern ein grundlegendes Menschenrecht.“

Stellt sich die ältere Generation der jüngeren in den Weg?

Wie die Konrad-Adenauer-Stiftung analysiert hat, waren in Irland die über 65-Jährigen die einzige Altersgruppe, die sich mehrheitlich gegen eine Heiratsmöglichkeit für Schwule und Lesben ausgesprochen hatte.

Ein ähnliches Bild zeigt sich möglicherweise auch bei vielen deutschen Politikern. Momentan sind es – einem ersten unverbindlichen Eindruck nach – wohl vorwiegend führende Senioren in der CSU und CDU, die jungen, gleichgeschlechtlich orientierten Menschen eine glückliche und diskriminierungsarme Zukunft mutmaßlich nicht gönnen mögen.

Sieht man sich das Alter derjenigen Gegner an, die sich bereits in den Medien gegen eine Öffnung der Ehe ausgesprochen hatten (Angela Merkel, Volker Kauder, Alois Glück, Erika Steinbach, Thomas Strobl), dann spricht einiges dafür, dass der erste Eindruck so falsch nicht sein mag.

Über die Ursachen kann man nur spekulieren, denn die Gegner hatten im Wesentlichen außer einem persönlichen Unbehagen keine stichhaltigen Gründe geäußert. Möglich, dass die ältere Generation aber auch einfach nur keinen Zugang zur oft problematischen Lebenswirklichkeit der Betroffenen findet.

Zur Petition:
Petition Ehe für alle

Konrad-Adenauer-Stiftung:
http://www.kas.de/wf/de/33.41447/