Burger, Wolfgang:
Tödliche Geliebte
Piper

SL

Im Umfeld einer Prostituierten kommen drei Menschen ums Leben
Alexander Gerlach, der Leiter der Heidelberger Kriminalpolizei, findet einen erschossenen Wissenschaftler. Der erste Verdacht geht dahin, dass der eher zurückgezogen Lebende in einem Diebstahl von Polonium verwickelt ist. Dann ergeben die Ermittlungen, das seine Freundin eine Edelnutte ist. Sie ist unauffindbar. In ihren Arbeitsräumen wird ein Nachbar angeschossen aufgefunden. Die Kripo checkt die Freier ab. In einer guten Wohngegend kommt es zu einer Schießerei. Offenbar wollten drei Männer in eine Wohnung eindringen, wurden aber mit Waffengewalt daran gehindert. Während Gerlach mit der Wohnungsinhaberin, die gerade von einer langen Reise zurückgekommen ist, telefoniert, wird diese durch Schüsse niedergestreckt. Die Ermittlungen ziehen sich, bis ein geparkter Minicooper eine heiße Spur ist. - Der Roman ist im Rotlichtmilieu angesiedelt; die Themen Zwangsprostiution und illegale Bordellbetriebe werden gestreift. Diverse sexuelle Vorlieben werden - nicht zu exzessiv - beschrieben. Die Auflösung des Plots ist sehr unrealistisch, zumindest was die Tatmotive angeht. Ebenso, dass Gerlach eine Täterin einfach laufen lässt. Es haben sich auch etliche Widersprüche in den Handlungsablauf eingeschlichen; insbesondere ist beim ersten Leichenfund die Reihenfolge der Beobachtungen so durcheinander, dass man das Buch eigentlich weglegen will. Die verwendeten Sprachbilder liegen öfters schief. Diese Punkte legen den Verdacht nahe, dass dieser elfte Roman des Autors mit sehr heißer Nadel gestrickt wurde. Enttäuschend.
Pauline Lindner