„... durch die Verlagerung der Musikschule“ werde „der Verkehr im Berggebiet nicht weiter zunehmen“, ließ die städtische Pressestelle anläßlich des Ende September des Vorjahres vollzogenen Umzugs verlauten. Neben den Schülern, welche den Linienbus benutzten, „kamen in der ersten Schulwoche ... sehr viele ... mit dem Fahrrad auf den Michelsberg.“

Lassen wir einmal außer acht, daß Busfahrgäste und Radfahrer in den Augen der Stadtoberen offensichtlich nicht zum Verkehr zählen, also wohl nicht für voll genommen werden. Jetzt, einige Monate nach dem Ortswechsel, ist festzustellen: Der Hof der neuen Musikschule ist häufig mit Pkw zugestellt. Doch es gibt nicht einen einzigen hergerichteten Fahrradstellplatz. Das paßt ins Bild - denn die Fahrradstellplätze sind an allen mir durch Inaugenscheinnahme bekannten Bamberger Schulen ausnahmslos eine einzige Katastrophe: ausschließlich Felgenkiller, selten überdacht, gelegentlich nicht einmal auf befestigtem Boden. Für eine Stadt, die - wenngleich in der letzten Zeit immer weniger vernehmbar - den Anspruch erhebt, fahrradfreundlich zu sein, ist das ein Armutszeugnis par excellence.

Der Michelsberg ist für Radfahrer eine sportlich anspruchsvolle Herausforderung. Zudem ist häufig neben dem Instrument die Büchertasche aus der Regelschule zu transportieren. So gibt es Schüler, die ihr Fahrrad lieber in den Bus stellen - und schon gilt nicht mehr: „Alle ... könnten die Musikschule jetzt kostenlos erreichen“. Weder Musikschulticket noch normale Schülerjahreskarte beinhaltet die Fahrradmitnahme. Mit dem Bus allein sind manche Wege auf Grund der mangelhaften Erschließung (nur radiales Netz) sehr zeitaufwendig.