Deutlich mehr gemeldete Ausbildungsstellen in ERH

Zur Halbzeit des Berichtsjahres 2015/2016 (das Berichtsjahr geht vom 01.Oktober 2015 bis 30.September 2016) waren im Bereich Erlangen-Höchstadt 692 junge Menschen auf der Suche nach einer passenden Ausbildungsstelle. Im Vorjahr waren es 37 Jugendliche oder 5,1 Prozent mehr.
Den ausbildungsplatzsuchenden Bewerbern standen 611 gemeldete Ausbildungsstellen zur Wahl. Das waren 80 Ausbildungsplatzangebote oder 15,1 mehr als im Vorjahr.
Von diesen 611 Ausbildungsplätzen sind derzeit noch 355 Plätze unbesetzt, 38 mehr als im Vorjahr.
Als Wunschberuf nannten die meisten Jungs wie im Vorjahr den Industriemechaniker und den Industriekaufmann, die Mädchen ebenfalls unverändert die Industriekauffrau und die Kauffrau Büromanagement.


Die Situation im gesamten Bereich der Agentur für Arbeit Fürth

• Freie Ausbildungsstellen: Insgesamt meldeten Arbeitgeber deutlich mehr Lehrstellen, über 2000 sind noch unbesetzt
• Ausbildungsplatzsuchende: Weniger junge Menschen suchen einen Ausbildungsplatz
• Top 10 der Wunschberufe wie im Vorjahr: Bei Jungs Kfz-Mechatroniker am beliebtesten, bei Mädchen Kauffrau Büromanagement

Halbzeit auf dem Ausbildungsmarkt: Zur Hälfte des Berichtsjahres (das Berichtsjahr geht vom 01.Oktober 2015 bis 30.September 2016) waren im Agenturbezirk Fürth 2.888 junge Menschen auf der Suche nach einer passenden Ausbildungsstelle. Nach zwei Jahren mit steigenden Bewerberzahlen sind das nun 336 Personen oder 10,4 Prozent weniger als im Jahr zuvor.
Im gleichen Zeitraum haben die Arbeitgeber 3.161 Berufsausbildungsstellen gemeldet. Das sind 284 Angebote oder 9,9 Prozent mehr als im Vorjahr.
Dass sich der Ausbildungsmarkt immer mehr zu einem Bewerbermarkt entwickelt, ist ein in ganz Deutschland zu beobachtender Trend: Waren im März 2014 bundesweit noch 417.000 ausbildungs-platzsuchende Jugendliche und 412.000 freie Ausbildungsstellen gemeldet, drehte sich nun das Bild und es sind im März 2016 nur noch 410.000 Jugendliche bei 441.000 Ausbildungsstellen.

Über 330 Ausbildungsberufe möglich, die „Top 10“ der Wunsch-berufe sind aber seit Jahren fast unverändert
Wie in den zurückliegenden Jahren auch konzentrieren sich viele der jungen Berufsstarter auf nur zehn Berufe, obwohl es in Deutschland über 330 Ausbildungsberufe gibt: 46,2 Prozent der jungen Männer und 55,8 Prozent der jungen Frauen legen sich auf die jeweiligen „Top 10“-Berufe fest. Wie in den Vorjahren auch sind In-dustriekauffrau/mann und – die alte und neue Nummer 1 - Kauf-frau/mann Büromanagement in der Hitliste ganz vorne zu finden, gefolgt vom Kfz-Mechatroniker und Industriemechaniker.
Unterschiede gibt es weiterhin bei den Berufswünschen unter den Geschlechtern: während bei den Jungs wie im Vorjahr der Kfz-Mechatroniker und der Industriemechaniker in der Gunst ganz oben stehen, dominieren bei den Mädchen die kaufmännischen Berufe.

Unbesetzte Ausbildungsstellen
Zur Halbzeit stehen den Jugendlichen noch 2.046 unbesetzte Ausbildungsstellen zur Verfügung. Das sind noch einmal 207 Angebote oder 11,3 Prozent mehr als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Arbeitgeber haben somit von Jahr zu Jahr größere Probleme, ihre Ausbildungsstellen frühzeitig besetzen zu können.
Von den bisher beratenen 2.888 Jugendlichen sind noch 1.541 nicht fündig geworden.
Rechnerisch kommen also auf jeden noch suchenden Jugendlichen 1,3 freie Ausbildungsstellen.
Unbesetzte Ausbildungsstellen gibt es insbesondere noch für zukünftige Verkäufer/innen und Kaufleute Einzelhandel, aber auch für Kauffrau/mann Büromanagement oder Bankkauffrau/mann.


Thomas Dippold
, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Fürth, zur Situation auf dem heimischen Ausbildungsmarkt: „Aktuell liegen uns noch 2.046 freie Ausbildungsstellen vor. Die Vielzahl der Ausbildungsberufe und die damit verbundenen Chancen sind groß, doch oft sind den Jugendlichen nur wenige Berufsbilder bekannt. In Gesprächen mit unserer Berufsberatung ergeben sich oft interessante Alternativen zu festgelegten Berufswünschen, deshalb lohnt sich für junge Menschen immer ein Termin bei einem Berufsberater oder auch ein Besuch in unserem Berufsinformationszentrum.
Für die heimischen Arbeitgeber bleibt Ausbildung ein wichtiges Thema, was wir an den vielen Meldungen von betrieblichen Ausbildungsplätzen er-kennen. Um die besten Nachwuchskräfte für ihren Betrieb zu gewinnen, bemühen sich die Unternehmen sehr frühzeitig um Jugendliche. Heute beginnt also schon der Wettbewerb um die Fachkräfte von morgen.“



Frithjof Stöhr, 18.April 2016, Agentur für Arbeit Fürth