Der Generalvikar des Bistums Essen, Klaus Pfeffer, bezeichnete in einem Interview mit dem Kölner Domradio die Äußerungen des Kardinal-Staatssekretärs Parolin als „brachial“ und „völlig unangemessen“. Pietro Parolin hatte den irischen Volksentscheid zur Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben nachträglich als „Niederlage für die Menschheit“ bezeichnet.

Für den Generalvikar seien Niederlagen für die Menschheit ganz anderer Art, nämlich „Dinge, die mit Gewalt, Terror, Krieg und Unmenschlichkeit zu tun haben“. Fragen im Zusammenhang mit Homosexualität könnten dagegen so nicht formuliert werden.

Zudem befürchte der Generalvikar, dass der Eindruck entstehe, die katholische Kirche sei nicht in der Lage, sich „mit den Lebensrealitäten der Menschen in der heutigen Zeit wirklich ernsthaft auseinanderzusetzen“. Pfeffer halte es dagegen für wichtig, sich mit den unterschiedlichen Lebensformen und Orientierungen auseinanderzusetzen. So würden im Bistum Essen jährlich „Gespräche mit Vertretern von Schwulen- und Lesben-Organisationen“ geführt. Mit diesem Teil menschlicher Wirklichkeit müsse man anders „umgehen und drüber nachdenken, als das in den vergangenen Jahrhunderten und Jahrzehnten der Fall war“.

Quelle:
http://www.domradio.de/themen/bist%C3%BCmer/2015-05-27/essener-generalvikar-ueber-vatikan-aeusserungen-zur-homo-ehe