Nicht nur die Kirchen verlieren Mitglieder, sondern auch die Parteien. In diesen Tagen übt sich der Bundesvorsitzende der Jungen Union demonstrativ im Heulen und Zähneklappern. Vor Mitgliederschwund bei der CDU will er warnen, doch seit 1990 hat die Union schon 40 Prozent an Federn lassen müssen, weiß „Die Zeit“. Das Nachrichtenportal „RP online“ spottet bereits „Altherrenverein sucht Nachwuchs“.

Neben den fehlenden jüngeren Parteimitgliedern ist es auch mit der Frauenquote nicht zum Besten bestellt. Mit der Moderne hat es die Union eben nicht. Nicht dass sie unbedingt alte Zeiten konservieren wollte, sie entwickelt einfach keine Zukunftsperspektiven und regiert mal so und mal ganz anders. Nicht umsonst ist in der Öffentlichkeit das Bild des „Drehhofers“ oder der inhaltsleeren „Frau Merkel“ entstanden.

Naturschutz im Steigerwald? Erst „Ja“, dann Schweigen, zuletzt „Nein“. Bei fragwürdigen Vorgängen dieser Art werden sich bald nicht mehr genügend Kandidaten finden, die überhaupt noch ein politisches Mandat ausfüllen möchten.

Zudem nähert sich mittlerweile der Altersdurchschnitt der Parteimitglieder der Altersstruktur im Altenheim. Dass die greisen Politrentner keine Anziehungskraft mehr ausüben, ist also kein Wunder.

Ihr Denken dreht sich nur noch um den Machterhalt, was der Union – oh Wunder – sogar von der „Bayerischen Staatszeitung“ bescheinigt wird. Denn „machtpolitisch (...) gilt den Parteioberen der Makel, als rückständig zu gelten und gleichgeschlechtliche Paare zu diskriminieren, als kleineres Übel.“

Das wird wenigstens noch einen Teil der älteren männlichen Mitglieder an die Union binden, weil so lange wie bisher bleiben den Parteien ihre Mitglieder auch nicht mehr erhalten. Damit sie nicht abhauen, gibt es immerhin Ehrennadeln für Altgediente im Parteishop, das Stück für 8 Euro. Wahlen lassen sich in Zukunft damit nicht mehr gewinnen – und das ist auch gut so.

Die Zeit

RP online

Bayerische Staatszeitung