Die Mitmach-Aktion ist da! Stimmen Sie hier über vier Modelle ab, die helfen sollen, die Reform des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes sozialverträglich abzufedern!

Viele Bürgerinnen und Bürger aus dem Raum Ebern - Untermerzbach - Maroldsweisach blicken mit großer Sorge auf die aktuelle Entwicklung zur Bereitschaftsärztlichen Versorgung. Die Änderung der Gesundheitsversorgung außerhalb der Praxissprechstunden hat erhebliche Auswirkungen auf die Region östlicher Landkreis Hassberge, die Infrastruktur und vor allem auf uns Bürger und Bürgerinnen.

Wir haben Bürger/innen befragt

Die Reaktionen auf unsere informellen Stadtgespräche zum Thema Strukturreform des ärztlichen Bereitschaftsdienstes im Raum Ebern waren unterschiedlich: Uns begegnete Resignation, Ohnmacht, Desinteresse, aber auch Verärgerung. Man könne sowieso nichts dagegen tun, meinten einige. Ein älterer Herr wollte, wenn es „gesundheitlich schlimm wird“, künftig direkt das Krankenhaus Ebern aufsuchen, ansonsten eben bis zur nächsten Sprechstunde seines Arztes warten.

Aus lauter Schmerzen nur noch im Kreis gelaufen

Eine allein lebende ältere Dame wusste überhaupt noch nicht, dass der Ärztliche Bereitschaftsdienst künftig nur noch in Hassfurt erreichbar sein wird und zeigte sich sichtlich schockiert. Sie erzählte, wie sie vor eineinhalb Jahren nachts um zwei Uhr plötzlich starke Schmerzen im Oberbauch, verbunden mit Übelkeit, bekommen hatte, so dass sie weder sitzen, stehen noch liegen konnte. Sie sei im Wohnzimmer nur noch im Kreis gelaufen. Die Bereitschaftsärztin sei innerhalb von 20 Minuten bei ihr zu Hause gewesen und habe sich richtig Zeit genommen. Sogar den Rettungswagen habe sie geholt, um mittels EKG abzuklären, ob sie einen Herzinfarkt gehabt haben könnte, was glücklicherweise nicht der Fall gewesen sei. Letztendlich habe es sich wohl um eine allergische Reaktion auf einen Nahrungsmittelbestandteil gehandelt. Den akuten Schmerzzustand hätte sie damals ohne schnelle ärztliche Hilfe nicht mehr lange aushalten können, meinte sie.

Unzufriedene Bürgerinnen und Bürger

Fast alle Bürgerinnen und Bürger, mit denen wir gesprochen hatten, äußerten sich unzufrieden, dass der Bereitschaftsarzt demnächst nur noch in Hassfurt aufgesucht werden kann. Dass die Reform nachgebessert werden müsse, darüber waren sich die meisten ebenfalls einig. Allerdings herrschten bei der Frage, wie das geschehen könnte, Pessimismus und Ohnmachtsgefühle vor. Dass die eingeholten Eindrücke aus wissenschaftlicher Sicht nicht repräsentativ sind, versteht sich von selbst. Dennoch spiegelt sich hier aus unserer Sicht eine Grundhaltung in der Bevölkerung wider.

Das Gefühl, nichts tun zu können, muss weg!

Gegen Resignation, Pessimismus und Ohnmachtsgefühle wollen wir etwas tun! Dabei gilt es, zunächst Verbesserungsmöglichkeiten auszuloten. Natürlich kann man einfach eine eigene Bereitschaftspraxis für Ebern fordern. Aber wir möchten dies nicht unreflektiert tun, sondern eine realistische Perspektive für die künftige Bereitschaftsärztliche Versorgung im Raum Ebern entwickeln. Fest steht: das Gefühl, nichts tun zu können, muss weg!

Stimmen sie jetzt ab: Szenarien für die Zukunft

Übrigens waren nicht überall Bürgerproteste gegen die Reform des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes erfolglos, wie ein Beispiel aus dem Jeverland beweist. Und auch in der Ärzteschaft gibt es sehr kritische Stimmen zur Einrichtung von zentralen Bereitschaftspraxen, nachzulesen in der Medical Tribune. Das sollte uns alle ermutigen, für Verbesserungen zu kämpfen!

Doch zunächst sollte bestimmt werden, wohin die Reise gehen soll. Deshalb hier die Mitmach-Aktion: Welches der vier Szenarien, die wir aus Leserbeiträgen aufgegriffen haben, halten Sie für erfolgversprechend?


Frage: Für welches Modell lohnt es sich, eine Petition an die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml zu starten?

Modell 1: Vollwertige Bereitschaftspraxis am Krankenhaus Ebern
In Ebern befindet sich eine Bereitschaftspraxis und ein ärztlicher Fahrdienst. Das Versorgungsgebiet würde kreisübergreifend in etwa das Gebiet des ehemaligen Landkreises Ebern abdecken, also auch in die Landkreise Coburg und Bamberg hineinreichen.

Modell 2: „Kleine Bereitschaftspraxis“ am Krankenhaus Ebern
Diese ist nur samstags und sonntags jeweils für drei Stunden besetzt. Die Fahrdienste und die übrigen Bereitschaftsdienstzeiten nachts und unter der Woche decken die Bereitschaftspraxis und der Fahrdienst in Hassfurt ab.

Modell 3: Ärztlicher Bereitschaftsdienst wie bisher in Arztpraxen
Die Bereitschaftspraxis in Hassfurt ist nur für den westlichen Landkreis Hassberge zuständig. Im östlichen Landkreis (Ebern - Maroldsweisach) findet der Ärztliche Bereitschaftsdienst wie bisher in wechselnden Arztpraxen statt.

Modell 4: Taxi-Lösung nach dem Coburger Modell
Ich stimme einer einzigen Ärztlichen Bereitschaftspraxis für den ganzen Landkreis Hassberge nur zu, wenn wie im Landkreis Coburg die Taxi-Kosten zur Bereitschaftspraxis begrenzt werden. Die Kosten pro Fahrt und Patient betragen pauschal fünf Euro, unabhängig vom Wohnort. Der Differenzbetrag wird von öffentlicher Stelle beglichen.

Machen Sie bitte mit und stimmen Sie ab!

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