Es ist für uns fast unvorstellbar, dass man seinen Glauben verstecken muss, sich nicht zum Christentum bekennen kann, nicht bei den Nachbarn, nicht bei den Freunden. Weil niemand weiß, ob sie einen nicht verraten. So wie Habila Adamu aus Namibia, der einen Anschlag der Terrormiliz überlebt hat und jetzt seinen Glauben erst recht lebt. Oder der buddhistische Mönch, der zum Christentum übergetreten ist und nun von seinem ganzen ehemaligen Kloster, seinem Dorf und allen Buddhisten geächtet wird. Er bekommt keine Wohnung, keine Arbeit, man hat ihm seine ganze Existenzgrundlage genommen. Da stellt sich der Buddhismus nicht als friedliche Religion da. Doch all diese Menschen leben ihren Glauben, auch in der Verfolgung. Friedhelm Appel schlug einen Bogen zu den Christen hier in Deutschland, in der westlichen Welt. Sie können ihren Glauben leben, sie können sich zu Gott bekennen, aber viele sind gleichgültig geworden, sie interessieren sich nicht mehr für Gott. Für die 40 Personen, die in den Räumen von „Senfkorn“ Platz gefunden hatten, war dies harter Tobak. Viele wurden betroffen, auch die zahlreichen jungen Zuhörer wurden aufgerüttelt von den Worten Appels. „Diese Menschen haben trotz Verfolgung eine positive Einstellung, während wir gleich resignieren“, betonte Appel.

Am Samstag fand ein Flohmarkt im Hof des „Senfkorn Unterrodach“ statt, der von vielen Besuchern umlagert war und Kaffee und Kuchen wurden in den Räumen des „Senfkorn“ angeboten. Friedhelm Appel nutzte die Gelegenheit, mit den Gästen in Kontakt zu kommen, sich mit ihnen zu unterhalten und seine Anliegen vorzubringen. Auch im Gottesdienst am Sonntag in der Michaelskirche Unterrodach wurde von ihm eine Predigt zu diesem Thema gehalten. So soll auf die extremen Situationen in den betroffenen Ländern hingewiesen werden. Denn nicht wegsehen sondern hinsehen, diese Gefahren für die Christen anprangern und helfen, das ist das Anliegen der HMK und das soll auch das Anliegen aller Christen sein, die sich in ihrem Land sicher fühlen und die ihren Glauben leben können. Mit dem Erlös des Festwochenendes wird die Hilfsaktion Märtyrerkirche (HMK) unterstützt, für die Friedhelm Appel arbeitet.

Infos Friedhelm Appel
Jahrgang 1961, verheiratet, vier Kinder, seit 2012 Bildungsreferent der HMK (Hilfsorganisation Märtyrerkirche bzw. verfolgter Christen). Er ist ausgebildeter Fachwirt für Marketing und Werbung außerdem evangelischer Dipl. Theologe mit Ausbildung an der Uni Heidelberg, Tübingen und Aberdeen/Schottland

Bildbeschreibung
Bei Kaffee und Kuchen kam Friedhelm Appel am Samstagnachmittag mit vielen Leuten in Kontakt. Hier ist er im Gespräch mit „Oma Emmi“ Emma Kurz