Am letzten Wochenende ging es in Reith bei der Mainfranken Logistik mit heißen Reifen über das Firmengelände.
Dort trafen sich alle unterfränkischen Fahrer der 11 ausrichtenden Vereine mit ihren Jugend Kart Gruppen der Altersklasse 1 – 5.
Jeder der Fahrer absolvierte in seiner Klasse einen Trainingslauf um möglichst die beste „Linie“ zu finden und um das „fremde“ Kart kennen zu lernen. Dann im ersten und zweiten Wertungslauf geht es darum die beste Zeit zu stempeln jedoch wenn möglich ohne Pylonen zu verschieben oder gar ganz raus zu „schupsen“.

Für einige Fahrer ging es um die Qualifikation. Den heiß begehrten 5 Plätze zum
ADAC Bundesendlauf der dieses Jahr in Röthenbach stattfinden wird.

Da der MSC Bad Brückenau derzeit keinen standesgemäßen Turnierplatz vorweisen kann, war es für die Eltern unseres Fahrers Max Kiesel keine Frage zu zögern: Das Turnier wird bei uns gemacht, wir haben Platz und liegen auch zentral. Als wenn es vollkommen selbstverständlich wäre beherbergten Sie den kompletten Verein. Es wurden LKW`s verschoben, anders geparkt und der Platz gekehrt, sodass sich keiner der ca. 90 zu erwartenden Fahrer und Fahrerinnen beschweren kann.

Strahlend blauer Himmel schickte Petrus in die Zielstraße 1. Pünktlich um 9.30 Uhr wie man es vom MSC seit vielen Jahren gewöhnt ist ertönte das Startsignal aus dem Sprecherwagen den das Zeit Team Karl Heinz Hertel, Andrea Hertel und Christian Riemey fest im Griff haben. Über jeden Fahrer konnte Riemey einige Geschichten, Erfolge und Dinge berichten die über das Mikrofon den Platz beschallten. Alle Fahrer waren ihm seit Wochen vorher bekannt, denn er informierte sich über jeden einzelnen von Ihnen und verfolgte die aktuellen Rennergebnisse.

Die Altersklasse 1 ging mit 15 Fahrerinnen und Fahrer an den Start. Den Klassensieg konnte sich Miroslav Schwinn vom MSC Knetzgau holen, dicht gefolgt von Nico Schendzielorz vom MC Bad Neustadt. Schwinn fuhr mit 73,53 sec. über die Ziellinie, während Schendzielorz mit 78,31 sec. Über die Linie kam. Ganz dicht gefolgt von einem Mädchen aus Karlstadt. Marie Vogelskamp war Schendzielorz mit 78,32 sec. ganz dicht am Heck.

Die Altersklasse 2 war dieses Wochenende sehr schwach besetzt, dennoch schenkten Sie sich alle nicht die Luft zum Atmen während des Rennens. Auf der Strecke sind sie Kämpfer und nach jedem Lauf die besten Freunde. Das ist das richtige für die „jungen Wilden“. Auch so lernen die jüngsten – der Motorsport egal in welcher Form ob privat oder öffentlich ist ein hartes Geschäft. Nur so kann man auch den nötigen Respekt zum Motorsport spüren.

In der AK 3 gingen dann gleich 2 Fahrer vom MSC an den Start. Unser Rookie Markus Müller der bis zum Rennwochenende gerade 4 mal trainiert hatte und Sebastian Hippler ein „alter Hase“, der aber derzeit nur noch sporatisch Slalom fährt, denn sein Herz gehört vollkommen der Rundstrecke. Müller wurde von seinem Coach eingewiesen wie alles an einem richtigen Rennwochenende funktioniert. Das ist kein Kinderspielplatz. Hier braucht man volle Konzentration. Selbst der Bürgermeister Schlereth aus Oberthulba war total gefesselt von der Leistung der Kindern und die Fertigkeit sich den Streckenplan nur mit abmalen des Planes im Kopf zu behalten und hatte für jeden bei der Siegerehrung ein paar persönliche Worte parat. Herr Alfred Tomacka der Sportvorstand vom ADAC Nordbayern e.V. teilte sich die Aufgabe mit Sonja Hippler und Bürgermeister Schlereth.

In dem Moment wo die Fahrer ihren Helm aufziehen, ist das Gehirn nur noch auf der Strecke und beim Coach.
Hier waren 21 Starter nach Reith gekommen. Müller konnte den 19 Platz belegen. Für das erste Rennen eine bomben Leistung. Er rutsche noch etwas um die Aufgaben des Heimparcours leider war ihm 1 Pylone im Weg. Und 1 Pylone sind 2 Strafsekunden. In dieser Altersklasse macht das eine Menge von Plätzen aus. Dann kam Lokalmatador Sebastian Hippler. Seine Eltern sind immer noch mit viel Herzblut dabei. Denn aus diesen Reihen entwickelte sich Seb zum zweifachen Unterfränkischen Bezirksmeister und konnte schon einige Titel für den MSC nach Hause fahren. Sein Können zeigt er derzeit im ADAC Nordbayern e.V. Kader für das Rundstreckenteam. Hippler zeigte im Trainingslauf, das eine 32 iger Zeit locker zu fahren war. Jedoch fuhr er im ersten Wertungslauf mit 33,33 und Null Pylonen ins Ziel – er versprach seiner Mutter: heute mach ich das sauber ohne Pylonen! Der zweite Wertungslauf steht an – Hippler an den Start – kurzer Check vom Co Trainer Lucas Mahler und er schickte ihn auf die Strecke. Aufgabe für Aufgabe fuhr er schön rund und weich und mit der nötigen Konzentration. Er fuhr über die Ziellinie und die Uhr stoppte bei 32,37 ohne Fehler. Das wars. Hätte er diese Zeit im ersten WL – hätte er den größten Pokal mit nach Hause nehmen können. Hertel vom MSC sagt immer: hätte hätte Fahrrad Kette – abgerechnet wird auf der Strecke und zum Schluss. So reichte es nur für den 2.Platz mit 65,70 sec.
Hippler selbst war nicht ganz zufrieden mit seiner Leistung. Er reihte sich hinter dem Knetzgauer Kilian Mahr, der mit 65,55 ins Ziel kam auf Rang zwei ein. Beide waren „safe“ Kein anderer Fahrer konnte die Zeiten knacken. Platz drei kam mit 66,98 ins Ziel.

18 Starter konnte die AK 4 nun auf die Liste bringen. Darunter 1 MSC Fahrer. Er hatte trainiert und trainiert – leider war die Aufregung für Max zu groß. Heimrennen – Firmeneigener Platz – JuniorJuniorchef – alle Augen zu Max. So fiel in jedem seiner 2 Läufe 1 klitzekleine Pylone. Da war der sonst so angenehme Windzug vollkommen ungelegen. Passiert ist passiert. Trotzdem hat er alles gegeben und nahm auch wenn mit schweren Herzen an der Siegerehrung teil. Zudem wurde vom Kartbeauftragten des ADAC Nordbayern e.V. Sebastian Schelchshorn persönlich die Gratulation und gute Worte überbracht. Hinfallen – Krönchen richten – aufstehen – weiter geht’s! Man muss auch ehrlich sagen, in dieser Klasse geht es um Hundertstel auch wenn keine Pylone fällt. Das ist ne ganz enge Kiste. Bis zu Platz 5 geht es mit 65,… sec. Ins Ziel. Erst ab Platz 6 war eine Sekunde Abriss zu spüren.

14 Starter konnten in der AK 5 ihr Können unter Beweise stellen. Auch hier hatte der MSC einen Fahrer am Start. Unseren Co Trainer Lucas Mahler, der letztes Jahr das Rahmenprogramm des Nordbayerischen ADAC Endlaufes mit seiner Musikband perfekt gestaltete. Lucas war dieses Jahr im Prüfungsabschlussjahr. Somit nahm er während der Saison nur an 3 Rennen und Trainings teil und musste sich dann leider den Büchern der Schule widmen. Vollkommen unvorbereitet und frei ging er in das Rennen. Sein Trainer Steffen Hippler versuchte ihm möglichst viel Ruhe mitzugeben. Jedoch war dieser selbst ganz aufgeregt und setzte alles auf Lucas fahrerisches Können. Sein Trainingslauf meisterte Lucas mit einem grandiosem Ergebnis. Jetzt hieß es für alle: Luft anhalten – Daumen drücken. Er bekam noch einen Rat von seinem Trainer, schloss das Visier und drückte den Stempel voll durch. Er fuhr als ob er in den letzten 6 Wochen nichts anderes gemacht hätte. Aufgabe für Aufgabe fehlerfrei. Das Ziel erreicht stoppte die Uhr bei genau 32,89 mit Null Fehler. Ein Aufatmen konnte man über den Platz hören. Zweiter Wertungslauf stand an. Auch bei Mahler ist das mit den Nerven nicht immer so leicht. Aber an diesem Wochenende war alles anders. Er fuhr und fuhr alle Pylonen blieben wie angenagelt stehen. Kein verschieben oder wackeln – rein gar nichts. Diesmal kam er mit einer Zeit ins Ziel, die der von Hippler sehr ähnlich aber besser war.
33,03 stand auf der Zeitnahme und wieder mit Null Fehler.
Der Sprecher des MSC Christian Riemey konnte es nicht glauben und lies dies laut durch das Mikro über den ganzen Platz schallen. Lucas Mahler übernimmt die Führung der AK 5 mit 65,92 sec. Mit 0,63 sec. Vorsprung behielt er diese Position. Bastian Düring vom MSC Knetzgau, der geheime Favorit, der an diesem Lauf sein allerletztes Jugend Kart Slalom Turnier fuhr hatte viel eigene Wünsche und gute Hoffnung ins Gaspedal gelegt. Er war einer von insgesamt nur 4 Fahrern der eine Pylone tanzen lies. Jedoch muss man sagen, Düring hatte das ganze Jahr über in den letzten 10 Turnieren ein Spitzen Performance gezeigt. Jeder weiß, wenn einer fahren kann dann Düring.

Aufgrund der mangelnder Helferzahlen, wurde vom MSC der Essenverkauf (Freiwillige Feuerwehr Reith) sowie der Getränkeverkauf (Löschzug 86 – ein umgebautes Löschfahrzeug einer alten Feuerwehr) komplett in fremde Hände gegeben. Auch Alex Düring aus Knetzgau hat sich bereit erklärt mit seinem Crepès - Mobil den Tag allen zu versüßen.
Vom Wasser zur Currywurst, Cola und Pommes, Fanta und Steak mit Brötchen bis hin zum Nutella – Crepès, Slusheis, Kuchen und Kaffee in Hülle und Fülle war selbst ein Quadgruppe organisiert. Alles in allem für jeden Geschmack etwas dabei.

Zusammenfassung für den MSC
1 x 2 Platz
1 x 19 Platz
1 x 17 Platz
1 x 1 Platz
Insgesamt wurden 71 Fehler gefahren, d.h. 142 Strafsekunden vergeben bei 5438,37 Fahrsekunden


Erwähnt gehört ganz außerordentlich:
Die Mud-Wheels Franken e.V. sind eine Gruppe Quadfahrer, die alles ehrenamtlich und auf eigene Kosten organisieren und durchführen. Gegen eine freiwillige kleine Spende wurden die Kinder durch ein angrenzendes Wäldchen und Hügeln sicher gefahren. Von dem Erlös der zu anderen Spendengeldern fliest, möchten die Mud-Wheels ein Kinderquad anschaffen auf dem auch Kinder mit Handicaps aller Art ihren Spaß unter Aufsicht haben können. Denn auch solche Kinder dürfen gerne mal den normalen Alltag vergessen und ihren Gefühlen freien Lauf lassen.
Für jeden erst platzierten des Jugend Kart Slalom Turniers überreichte die Sprecherin der Mud-Wheels eine eigen Medaille .
Bei weiteren Fragen zu den Mud-Wheels hier bitte der Link:
https://www.mud-wheels-franken.de/