Vor zehn Jahren ist aus der früheren Bundesanstalt für Fleischforschung das Max-Rubner-Institut geworden. Vieles hat sich in dieser Zeit verändert, Schwerpunkte haben sich gewandelt, neue Themen werden in Kulmbach bearbeitet. Für das Institut ist der runde Geburtstag ein Grund zum Feiern - und ein Anlass, einen Tag lang seine Türen zu öffnen. Am Samstag, 13. Oktober, von 11 bis 17 Uhr sind Interessierte eingeladen, das Max-Rubner-Institut in Kulmbach von innen kennenzulernen.

Mehr als nur ein neuer Name

Die Gründung des Max-Rubner-Instituts war mehr als eine Namensänderung. Die Bundesforschung wurde damals komplett umstrukturiert. Aus vielen verschiedenen Bundesforschungsanstalten, zu denen auch die Kulmbacher Einrichtung gehörte, wurde ein neues Institut. In diesem forschen Wissenschaftler an vier Standorten in Deutschland rund um die Themen Ernährung und Lebensmittel.

Beim Tag der offenen Tür bekommen die Besucher aus erster Hand einen Einblick in die aktuelle Arbeit und dürfen auch selbst verschiedene Dinge ausprobieren und Häppchen verkosten. Vom Technikum bis zum Vortragssaal - die Mitarbeiter in Kulmbach haben viel vorbereitet, um allen Besuchern den Standort und seine Themen rund ums Fleisch nahezubringen. Denn Fleisch ist nach wie vor die Kernkompetenz der Kulmbacher.

Wie wirkt sich der stressfreie Umgang mit den Tieren auf die Fleischqualität aus? Wie vermisst man mit Hilfe eines Computertomographen einen Schlachtkörper und welche Rolle spielen das Wolfen, Kuttern und Räuchern auf dem Weg vom Fleisch zur Wurst? Das wird den Gästen am Samstag nicht nur erklärt, sondern auch praktisch gezeigt.

Auch für Verbraucher besonders relevante Themen spielen eine wichtige Rolle. Wie kann man beispielsweise bei der Verarbeitung von Fleisch Fett und Salz sparen? Wie kommt man Fleischpanschern auf die Spur? Und nicht zuletzt wird die Frage beantwortet: Wer war eigentlich dieser Max Rubner, nach dem das Institut benannt ist?

Die Sinne auf die Probe stellen

Den ganzen Tag über gibt es eine Menge zu sehen und zu erleben. Eine Vortragsreihe stellt aktuelle Forschungsprojekte und die Besonderheiten der Fleischforschung früher und heute vor. Bei einem Sensoriktest können die Gäste ihre Sinne auf die Probe stellen. Sie erfahren, wann Bakterien in der Nahrung Freunde sind - beispielsweise bei der Fermentation von Lebensmitteln wie Salami, Sauerteig oder Joghurt. Dazu gibt es Kostproben. Probiert werden kann unter anderem auch eine frisch hergestellte Weißwurst.

Vorträge • 11.30 und 14.30 Uhr: Staatliche Fleischforschung für Deutschland in Kulmbach

• 12 und 15 Uhr: Aktuelles aus der Fleischforschung

• 13 und 15.30 Uhr: Moderne Analytik - Keine Chance für Fleischpanscher

• 13.30 und 16 Uhr: Tierschutz bei der Schlachtung - Was Konsumenten wissen sollten

Ein Blick in die Geschichte

Wurzeln Der Kulmbacher Standort des Max-Rubner-Instituts war früher die Bundesanstalt für Fleischforschung. Diese war die Nachfolgerin der 1938 in Berlin gegründeten Reichsanstalt für Fleischwirtschaft, die in Berlin zunächst nur eine behelfsmäßige Unterkunft fand. Neubaupläne ließen sich durch die Verhältnisse nach Kriegsende nicht realisieren. Dank des Entgegenkommens der Fleischwarenfabrik Sauermann wurde Kulmbach als Ausweichquartier gewählt. Standortdiskussionen 1960 beschloss der Haushaltsausschuss des Bundestags die Verlegung nach München. Doch es kam anders. Die Stadt Kulmbach erreichte mit politischer Unterstützung 1965 eine Revision der Entscheidung. Der Kulmbacher Stadtrat stellte 1967 kostenlos ein Baugelände in der E.-C.-Baumann-Straße zur Verfügung. Der Neubau wurde 1977 eingeweiht. Seit den neunziger Jahren wurde der Standort immer wieder in Frage gestellt. Doch letztlich blieb Kulmbach neben Karlsruhe, Kiel und Detmold als einer der vier Forschungsstandorte des Bundes erhalten.