Das momentane Regenwetter ist geradezu Labsal für entrückte Augen, die jüngst freigelegter Körperregionen teilhaftig werden mussten, über die wenigstens ein Übergangsmantel des Schweigens zu breiten angeraten wäre. Aber nein: Die Inhaber dieser (offenbar in direkter Ahnenfolge derer zu Lederhaut stehenden) Bodys entblöden sich nicht, ihre Haut zu Markte zu tragen. Eine Haut, die sehr wohl taugte als detaillierte geologische Übersichtskarte aller vulkanischen Verwerfungslinien entlang des San-Andreas-Grabens.

Dazu glänzen diese Monstranzen zusätzlich mit einer - seit den Römern zurecht vergessenen - Fußummantelung namens Sandalette... Daraus ragen: eine verhornte Hacke hinten und Zehen vorne, die gekrümmter sind, als es der Raum in Einsteins Theorie je sein könnte. In Tateinheit mit dem auf Halbmast endenden Beinkleid entsteht eine, jedwede Ästhetik verächtlich weglächelnde, Erscheinung.

Gott sei's geklagt: Auch junge Menschen präsentieren sich so. Damit es doch noch cool wirkt, sind in die Waden der so Gewandeten vermeintlich chinesische Schriftzeichen eingekerbt. Ich glaube ja, die Tätowierer machen sich einen Spaß. Da steht nicht Buddha oder Markus auf asiatisch, wie gewünscht, sondern "Vorsicht, Stufe" oder, bei längeren Haxen, "Achtung: Ladung schwenkt aus".