Schule, Stadtpark, Bahnhof und die Wasserversorgung der Stadtteile oberhalb des Steinbruchs waren die Stationen der Ortsbesichtung des Stadtsteinacher Stadtrats am Samstagnachmittag. Ziemlich kompliziert war die Sachlage am Verladeplatz am Bahnhof in der Industriestraße. Wolfgang Hoderlein hält dort eine deutliche Abgrenzung von Fahrbahn, Parkflächen und Schotter-Lager für notwendig. Man wisse nicht, wo die Straße anfange und aufhöre, und die Schotterhäufen würden zeitweise zu weit in die Fahrbahn reichen.

Die Krux zwischen Schottersilo bis zur nächsten Kurve stadtauswärts besteht allerdings darin, dass dieser Straßenabschnitt, so Verwaltungsleiter Florian Puff, zwar als Ortsverbindungsstraße gewidmet, die gesamte Fläche allerdings im Besitz der Bahn sei: die Fahrbahn, der Schotterlagerplatz und die Randbereiche, wo öfter Lkw parken. "Die Stadt kann hier rechtlich nichts tun. Und eine Einigung mit der Bahn ist eine sehr langwierige Angelegenheit", sagte Bürgermeister Wolfrum.

Dass die Schotterhäufen nicht zu weit in die Fahrbahn reichen sollten, ist schnell auf direktem Weg mit den Hartsteinwerken Schicker zu vereinbaren. Die Stadt könne weiße Striche auf die Fahrbahn malen, auf die Zustimmung des Grundeigentümers Bahn zu warten, könnte fünf Jahre dauern. Allerdings, darauf wies Wolfgang Martin hin, müsse man dennoch mit der Bahn eine rechtlich einwandfreie Einigung herstellen. Denn spätestens, wenn die Umgehung fertig sei, werde dieser Straßenabschnitt ab der Ausfahrt Stadtsteinach-Mitte zum Industriegebiet verstärkt befahren.

Zufrieden ist der Stadtrat, dass die neue Turnhalle der Schule nun fertig ist und am kommenden Freitag, 26. Oktober, der Schule offiziell übergeben werden kann. Stadtrat Wolfgang Heiß (CSU) merkte an, dass die Stadt mit dem doch recht aufwändigen Neubau einen Beitrag dazu geliefert habe, dass Stadtsteinach kürzlich das Prädikat "Sport-Grundschule" erhalten habe.

In Arbeit ist derzeit noch die Abgrenzung des Schulgeländes zum Nachbargrundstück. Noch nicht klar ist die Gestaltung des schmalen Bereichs hinter der Turnhalle. Eine befestigte Zufahrt für Bauhof-Fahrzeuge für eventuelle Reparaturarbeiten an der Rückseite der Halle soll zumindest bleiben. Ebenfalls noch in Arbeit ist der neue Raum für die Kita im Obergeschoss des Schulhaus-Altbaus. Dort wird noch eine zweite Spielebene eingerichtet.

Der Ausgang zur Alten Pressecker Straße bleibt noch geschlossen, bis ein neuer Zugang gemacht ist. Der soll barrierefrei werden mit einer Rampe zum Gehsteig. Weitgehend fertig ist die Sanierung und Isolierung der Außenwände des Altbaus - bis auf den Sockel.

Dass die Gestaltung des Stadtparks zwischen TSV-Gelände und Partheimühle als erstes im Rahmen der Stadterneuerung in Angriff genommen werden soll, ist bereits ausgemachte Sache. Das Vorhaben ist derzeit im Beurteilungsverfahren zur Städtebauförderung und scheint positiv begutachtet zu werden, teilte Bürgermeister Roland Wolfrum den Stadträten mit. Einen Zuwendungsbescheid habe man aber noch nicht. Auch wie die Grünfläche gestaltet werden soll, dazu gibt es noch keine Beschlüsse des Stadtrats. Wolfrum wollte vor Ort auch nur das prinzipielle Einvernehmen des Stadtrats für den Stadtpark als erste Priorität festgestellt wissen, um konkrete Maßnahmen initiieren zu können.

Mehrgenerationenpark

Stadtrat Wolfgang Hoderlein (SPD) plädiert bereits seit Längerem für einen "Mehrgenerationenpark". Dass das Feuchtbiotop an der Grenze zum TSV-Platz bleiben soll, scheint sich bereits herauszukristallisieren. Und der spontane Vorschlag von Wolfgang Heiß, den Spielplatz an der Ecke Hammergrund- und Bahnhofstraße abzuschaffen und die Spielgeräte stattdessen locker verteilt im neuen Stadtpark zu verteilen, fand gleich ungeteilte Zustimmung. Im Nachhinein als positiv empfand Stadtrat Wolfgang Martin (BLS), dass die Grünanlage nun mehr Licht hätte, obwohl er sich im Frühjahr über die Abholzung der hohen Bäume an der Grenze zur Partheimühle noch "mächtig aufgeregt" habe.

Kein Wasser mehr

Etwas geschehen muss mit der Wasserversorgung für die Stadtteile Triebenreuth, Schwärzleinsdorf, Vogtendorf und Bergleshof. Die Versorgung insbesondere von Bergleshof ist am Ende, die Schüttung der Quelle, insbesondere im vergangenen trockenen Sommer, reicht nicht mehr aus. Das eine Anwesen hat noch wenig Wasser, das andere gar keines mehr. Wasser muss mit Tanks geholt werden. Bereits im Mai hat der Stadtrat das Ingenieurbüro IBP in Kulmbach damit beauftragt, eine Lösung zu finden. An der Waldgrenze hinter dem Marterl auf Höhe der Abzweigung Triebenreuth/Vogtendorf biete sich ein geeigneter Platz für einen neuen Hochbehälter an, in dem die beiden Quellen zusammengefasst und über den die Wasserversorgung künftig gewährleistet werden könnte. Der Stadtrat wird sich demnächst mit diesem Vorschlag beschäftigen.