Die Notenbanken melden den Bedarf dann weiter an die EZB, die Europäische Zentralbank. Dort klickt wenig später ein Mitarbeiter mit der Maus und verteilt die Milliarden. Alle.

Lächerliche 0,05 Prozent verlangt die EZB dafür von den Banken, die das Geld als Darlehen mit zigfachem Gewinn an ihre Kunden weiterreichen. Ja, mit Zinsgeschäften, Devisen-Trades und der Verwaltung der Währungsreserven der Mitgliedsstaaten kann man ordentlich Geld machen. Die Milliarde ist die kleinste Rechnungseinheit.

Wie hoch die Gewinnspannen in der Oberliga der internationalen Finanzwelt sind, lässt sich derzeit in Frankfurt besichtigen. Dort hat die EZB für 1,3 Milliarden Euro (!!!) einen Neubau hingestellt, der vor allem ihre 2900 Mitarbeiter erfreut. Der 185 Meter hohe Wolkenkratzer bietet sonnenlicht-durchflutete Büros mit einem atemberaubenden Ausblick auf die Frankfurter Skyline und ein eigenes Fitness-Studio. In den Pausen dürfen sich die Banker in einem Wintergarten mit Wasserfall entspannen. Wer dann nicht mehr ins Büro zurückfindet, geht an einen der schlauen Aufzüge, die mit einer speziellen Tastatur den Weg zu den Abteilungen in den einzelnen Etagen weisen.

Da könnte man neidisch werden. Als ich kürzlich einem Bekannten von diesen traumhaften Arbeitsbedingungen erzählt hatte, sagte der nur trocken: Hättst halt wos Gescheits glernt.