Die "Gestaltung der Ortsmitte vom Bahnhof bis zum Steinhauerplatz" ist ein wesentlicher Bestandteil des integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts (Isek). Von 2015 bis 2017 war dieses unter Beteiligung der Bürger ein erarbeitet und verabschiedet worden.

Das Planungsbüro Quaas sieht dort einen zentralen Entwicklungsraum für alle Generationen. Ausgehend von einer Bestandsanalyse stellte Projektleiterin Anja Thor dem Gemeinderat jetzt eine grobe Planung mit verschiedenen Alternativen vor. Darin nimmt der direkt an der Bahnlinie gelegene Steinhauerplatz einen wichtigen Part ein.

Einst ein Wirtshof

Bereits 1851 sind dort im Urkataster ein Wirtshof und zwei kleinere Gebäude verzeichnet. Die Bahnhofstraße war da noch eine Aue der Trebgast. Nach dem Bau der Eisenbahn 1853 diente der Platz als Verladestation für den Transport des damals begehrten Trebgaster Sandsteins bis nach Berlin und Wien.

Eine Idee geht dahin, für Pendler, Wanderer und Gäste Stellplätze für 25 bis 30 Fahrzeuge zu schaffen. Dazu kommen Optionen für ein Zelt für Vereinsfeste mit Serviceanschlüssen, einen Rast- und Sitzplatz für Radtouristen, eventuell mit Anschlüssen für E-Mobilität, eine Verlegung des Standortes für den Maibaum, Zaunsäulen aus Sandstein und Infotafeln zur Erinnerung an die Tradition des Steinhauer-Handwerk.

Antworten bis September

Bei der Frage, ob ein Zukauf von Teilflächen der Bahn sinnvoll erscheint, wies Bürgermeister Werner Diersch (SPD/WG) darauf hin, dass wegen einer eventuellen Elektrifizierung bestimmte Abstände zum Bahnkörper zu berücksichtigen sind.

Weitere Fragen tauchten im Zusammenhang mit dem Vorgehen in der Bahnhofstraße auf. Wie soll das Verhältnis von befestigten zu unbefestigten Flächen sein? Soll das gesamte ehemalige Bankgebäude erhalten werden? Oder reicht der vordere Teil aus? Braucht man einen barrierefreien Zugang?

Fragen, die Anja Thor den Gemeinderäten als Hausaufgabe mitgab, und auf die sie bis zum September möglichst viele Antworten erhalten möchte.

Am 8. Juli soll's losgehen

Der Umbau des Bahnhofs zu einer Senioren-Tagespflege geht in die letzte Runde. Die restlichen Arbeiten im Innenbereich sollen bald abgeschlossen sein. Am 1. Juli will die Arbeiterwohlfahrt einziehen und mit der Möblierung beginnen. Die Aufnahme des Betriebs im Erdgeschoss ist für den 8. Juli vorgesehen.

Für die sechs Wohnungen im Ober- und Dachgeschoss ist die Nachfrage bereits sehr groß. Sie werden im Juli/August fertiggestellt sein. "Die bei den Trockenbauarbeiten entstandene Zeitverzögerung, für die allein die Fachfirma verantwortlich ist, konnte nicht mehr ganz aufgeholt werden", bedauerte Diersch. Erfreulich sei aber die Kostenübersicht. So werde es voraussichtlich nur zu einer Mehrung von unter einem Prozent gegenüber der Berechnung vom 20. März 2017 kommen. Die entstandenen Mehrausgaben von 4181 Euro bei der Vergabe von sechs Einbauküchen wurden nachträglich genehmigt.

Eine (fast) unendliche Geschichte

Trebgast und seine Brücken - eine (fast) unendliche Geschichte. Für die marode und seit Januar 2018 nur provisorisch für Fußgänger und Radfahrer nutzbare Brücke im Weiherweg stellte Sachverständiger Peter Ruck sinnvolle Gestaltungsvarianten für eine anstehende Erneuerung vor. Für den Klassiker mit senkrechten Gitterstäben konnte sich niemand richtig erwärmen.

Bei waagrechten Streben kam die Frage auf, ob diese nicht als Aufstiegshilfe missbraucht werden könnten. "Raufsteigen kann man überall", meinte Werner Diersch. Ruck konnte diese Bedenken zerstreuen.

Bei der Materialauswahl entschieden sich die Räte, nicht zuletzt wegen der längeren Haltbarkeit, für Edelstahl. Die Höhe des Geländers sollte 1,30 Meter betragen, um auch den Fahrradverkehr abzusichern Die Ausschreibungen sollen im Winter erfolgen.