Irgendwann, man weiß eigentlich gar nicht recht warum, wurde der Ausdruck etwas "wie ein Mädchen" zu tun, zur Beleidigung: Wer wie ein Mädchen wirft, trifft nicht, wer wie ein Mädchen läuft, ist zu langsam, wer wie ein Mädchen kämpft ist zu schwach.

#LikeAGirl heißt der Videoclip eines Hygieneartikel Herstellers, der zum Hit im Netz wurde, weil er auf rührende Art und Weise zum Nachdenken anregt. Darüber, was es eigentlich heißt, man selbst zu sein.
Da steht dann also eine zwanzigjährige Frau, hinter sich den Bluescreen, vor sich zwei Scheinwerfer und eine Kamera. Die Anweisung lautet: "renn wie ein Mädchen". Also hüpft sie von einem Bein aufs andere und wirft grinsend den Kopf hin und her. Als sie wie ein Mädchen kämpfen soll, fuchtelt sie nur mit den Armen in der Luft herum.

Eine Zehnjährige bekommt die gleichen Anweisungen: das Mädchen rennt und es kämpft. Was es für sie bedeutet, wie ein Mädchen zu rennen, wird sie gefragt: "So schnell zu rennen, wie ich kann". Was sie anders machen würde, bekäme sie erneut gesagt, wie ein Mädchen zu rennen, wird die Zwanzigjährige gefragt: "Ich würde rennen, wie ich selbst - wie ein Mädchen, weil ich ein Mädchen bin." Anja Greiner