Das einzig Beständige am Wetter ist in diesen Tagen die Unbeständigkeit. Das bekommen vor allem die Betreiber der Schwimmbäder in Stadt und Landkreis Kulmbach zu spüren, die nun eine erste Zwischenbilanz ziehen.

"Wir sind zufrieden, aber es könnte natürlich immer besser laufen", fasst Sascha Seitz, Leiter der Freizeitanlagen des Kulmbacher Freibades, die bisherigen Besucherzahlen zusammen. Diese sind mit bislang zirka 65 000 Badegästen um rund 2000 niedriger als im Vorjahr. Als Grund hierfür nennt er die schwankende und unsichere Wetterlage.

Auch in Wirsberg zog es bislang weniger Gäste ins Freibad als 2013. 12 000 seien es dieses Jahr bislang gewesen, so Norbert Specht von der Hauptverwaltung.

Auch in den Freibädern in Thurnau und Himmelkron verzeichnet man bisher leichte Rückgänge bei den Besucherzahlen. Demnach liege man mit zirka 7700 in Thurnau beziehungsweise 2000 Badegästen in Himmelkron jeweils unter den Vorjahreszahlen. Für den Thurnauer Bademeister Harald Eck steht der Schuldige eindeutig fest: das Wetter.


Ein durchschnittlicher Sommer

Aber nicht alle teilen diese Meinung. Der Bademeister des Mainleuser Schwimmbads, Horst Krepinsky, sieht in dem bisherigen Wetter kein Problem: "Das war doch okay, ein durchschnittlicher Sommer." Und auch seine Zahlen belegen dies. Mit rund 23 000 Besuchern bewege man sich ungefähr auf dem Niveau des Vorjahres und habe keine Verringerung bei der Zahl der Badenden zu beklagen.

Auch Thomas Ströhlein, erster Bademeister in Stadtsteinach, zeigt sich mit einer Besucherzahl von 15 000 zufrieden. Demnach hätten annährend genauso viele den Weg ins Freibad gefunden wie 2013.

Um den wetterbedingten Ausfällen entgegenzuwirken, warten die Freibäder im Landkreis mit vielen Attraktionen auf. Der Sprungturm mit einer Höhe von bis zu zehn Metern, die Wellenrutsche und die Ruhewiese, auf der man einfach die Seele baumeln lassen kann, zählen zu den gefragtesten Stationen des Kulmbacher Schwimmbads.
In Mainleus gibt es zudem einen Strömungskanal und Massagedüsen, die von den Badegästen besonders gerne genutzt werden. Über eine große Rutsche können sich Besucher auch in Wirsberg freuen.

Eine aufblasbare Krake, die im Wasser als Insel dient, ist bei den Kindern im Thurnauer Freibad der Renner. In Himmelkron kann man sich auch außerhalb des Wassers an Tischtennisplatten verausgaben.

Ob Aquagymnastik, einen Seeräubertag für Kinder oder große Wasserbälle, in denen man über das Wasser gehen kann - das Stadtsteinacher Freibad bietet ein buntes Programm für Jung und Alt.


Stiche und Schürfwunden

Auch wenn das tragische Unglück in Himmelkron, bei dem Ende Juli ein achtjähriges Mädchen vor ums Leben kam, die Freibadsaison im Landkreis überschattet, waren ansonsten bislang nur kleinere Verletzungen zu verzeichnen. Wespenstiche sowie kleinere Schürf- und Schnittwunden waren zum Glück die schwerwiegendsten Zwischenfälle. Damit dies so bleibt, hat beispielsweise das Kulmbacher Freibad unter der Leitung von Sascha Seitz besondere Vorkehrungen getroffen. "Das Personal wurde nochmals geschult, und wir haben sowohl die Besucher als auch das Personal sensibilisiert. Außerdem appellieren wir an die Vernunft der Badegäste, sich anständig zu verhalten", so Seitz, der sich betroffen über das Unglück in Himmelkron und die zahlreichen Badeunfälle in Bayern zeigte.

In einem Punkt aber sind sich alle Schwimmbadbetreiber einig - sie hoffen auf einen sonnigen und warmen August.