Was war geschehen? Nun, im Festzelt der Limmersdorfer Lindenkirchweih ging der Bieranstich des Thurnauer Bürgermeisters Martin Bernreuther in beziehungsweise auf die Hose.

Ein spritziger Auftakt also. Ja, kann das denn sein? Man hört doch immer wieder, dass die Fässer so präpariert sind, dass nichts schief sprich daneben gehen kann. Tja, das mag beim Oktoberfest in München so sein oder auch beim Kulmbacher Bierfest - hier reicht es, wenn die Oberbürgermeister einmal kräftig Richtung Zapfhahn husten, schon flutscht das Ding rein.

Draußen aber, auf dem Land, sind die Bürgermeister oft allein gelassen - glauben Sie mir, ich weiß, wovon ich schreibe. Ich könnte ihnen da Geschichten erzählen. Einmal war in der Brauerei das Zapfbesteck vertauscht worden. Das führte dazu, dass bei einer Kerwa ein viel zu kleiner Zapfhahn durch das Spundloch sauste und für mächtig Schaum und Gelächter sorgte, während sich zeitgleich ein paar Kilometer weiter beim Dorffest der Gemeindevertreter vergeblich plagte, den viel zu großen Hahn ins Fass zu bringen. Der Spott war beiden sicher.
Mein persönlicher Rekord liegt übrigens bei 13 Schlägen, auf dem Berndorfer Kellerfest vor zwei Jahren war das. Ich war klatschnass - von innen und außen -, bevor das Bier lief. Also: Wer auch immer meint, so ein Bieranstich sei das einfachste der Welt, der irrt.