Wie Altbürgermeister Günther Pfändner (CSU) im Saal der Gaststätte Ganzleben mitteilte, werden die Wonseeser Ergänzungsbeiträge leisten müssen für ein ganzes Bündel an Maßnahmen, die der Zweckverband zur Wasserversorgung der Sanspareil-Gruppe in Angriff nehmen muss. Pfändner, der Vorsitzender ist, listete die Projekte auf.

Der Zweckverband versorgt nach seinen Worten 13 Ortsteile mit Trinkwasser. "Wir haben lange Leitungen - vor allem die Leitung von Großenhül, Tannfeld bis Lochau ist problematisch." Mit 120 000 Kubikmeter verkauftem Wasser würden gerade mal 170 000 Euro Einnahmen im Jahr erzielt, bei 30 000 Euro Stromkosten sowie weiteren Ausgaben für Löhne für den Wasserwart und seinen Stellvertreter sowie für Autos.


Enorme Wasserverluste

Wie Pfändner mitteilte, hat es aufgrund von Rohrbrüchen in den letzten Jahren enorme Wasserverluste gegeben. Wie er ausführte, ist der Tiefbrunnen mit einer UV-Anlage ausgestattet worden, um den Keimgehalt im Wasser zu reduzieren. Kosten: 80 000 Euro. Wegen der Wasserverluste seien Zähler eingebaut worden, dazu seien Schächte nötig gewesen. Kosten: 25 000 Euro. In die Versorgung von Feulersdorf seien 33 000 Euro investiert worden, Schäden an der Hauptleitung hätten mit 50 000 Euro zu Buche geschlagen. Und die Erneuerung der Ortsnetze habe auch immense Summen verschlungen. "Wir haben in den letzten Jahren 753 000 Euro ausgegeben", sagte Pfändner.

In den nächsten Jahren sei geplant, die Hochbehälter mit Strom auszustatten (55 000 Euro). Für weitere Maßnahmen, die der Lebensmittelsicherheit dienten, seien 200 000 Euro eingeplant. Außerdem müsse die Leitung Großenhül-Tannfeld erneuert werden. "Wir verlieren vier Kubikmeter Wasser pro Stunde", so Pfändner, der darüber informierte, dass der Zweckverband in der leer stehenden Schule ein Büro und das Ersatzteillager einrichten wird.


Anschluss an die Juragruppe

Der Vorsitzende wies darauf hin, dass die größte Investition noch bevorsteht. Denn bislang stamme das Wasser des Zweckverbandes aus einem Tiefbrunnen. "Wenn einmal etwas passiert, dann stehen 13 Ortschaften ohne Wasser da. Wir müssen für ein zweites Standbein sorgen", betonte er. Bei Probebohrungen habe man kein Wasser gefunden, das man mit dem vorhandenen Wasser mischen könne. So bleibe nur der Anschluss an die Juragruppe. Und dazu müsse eine Ringleitung für 900 000 Euro gebaut werden.


450 000 Euro Zuschuss

"Wir bekommen 450 000 Euro Zuschuss", sagte Pfändner, der die Kosten für alle geplanten Investitionen auf drei Millionen Euro bezifferte und deutlich machte, dass man um die Erhebung von Ergänzungsbeiträgen nicht herumkomme. Berechnet werden sollen diese anteilig zur Grundstücksgröße (ein Drittel) und zur Geschossfläche (zwei Drittel). Hohe fünfstellige Beträge seien nicht zu erwarten. Bei einem Einfamilienhaus mit 300 Quadratmeter Wohnfläche und 1000 Quadratmeter Grund wären 2400 Euro fällig. Die Kosten könnten in drei Raten aufgebracht werden, sagte Pfändner.

Die Wonseeser zeigten sich nicht begeistert - eine Diskussion entbrannte. Edgar Schrödel befürchtete, dass mit dem Anschluss an die Juragruppe "der eigene Brunnen tot ist". Das wäre nicht der Fall, sagte Pfändner. Er teilte mit, dass nur die Mindestwassermenge von 20 000 Liter abgenommen werde, der Anschluss nur im Notfall erfolge.


"Wir schaffen das"

Einige Wonseeser hätten sich weitere Probebohrungen gewünscht und übten Kritik. "Aber wir wollen doch nur die Versorgungssicherheit gewährleisten", stellte der Vorsitzende fest. Dieter Weiß beendete die Diskussion schließlich mit dem Merkel-Zwischenruf "Wir schaffen das!" und sorgte für so manchen Schmunzler.
Bürgermeister Andreas Pöhner (CSU) versuchte, die Bürger ebenfalls zu beschwichtigen. Die Investitionen seien nicht kurzfristig angedacht, "sondern auf zehn Jahre geplant". Er ging an dem Abend auch auf den anvisierten Verkauf der Wonseeser Schule, auf das integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept und auf die alte Schule in Schirradorf ein. Auch diese soll veräußert werden.


Friseur kommt

In Schirradorf sei ferner geplant, das Feuerwehrhaus zu sanieren. Dort sollen künftig auch Dorfversammlungen abgehalten werden. Auch beim Siemershaus in Wonsees, in dem die Sparkasse untergebracht war, tut sich etwas. In die Räume, in denen das Kreditinstitut war, zieht ab Juni ein Friseur ein.
Wichtige Zukunftsprojekte seien die Sanierung der Ortsdurchfahrt Feulersdorf und die Dachsanierung des Feuerwehrhauses in Sanspareil. Mittelfristig muss man laut Pöhner auch nach neuen Bauplätzen im Hauptort Ausschau halten.


Der Breitband-Ausbau

Fritz Weinlein und Monika Thüngen von der Telekom informierten über den Breitbandausbau. Feulersdorf und Schirradorf haben bereits schnelles Internet, in Wonsees und den übrigen Ortsteilen sollen Bandbreiten von bis zu 50 Mbit pro Sekunde bis März zur Verfügung stehen.