Ein Blick auf den Biertisch: Neben dem Maßkrug steht ein leerer Teller - da hat es jemandem ganz offensichtlich geschmeckt. Das Angebot an warmen Speisen und Brotzeiten ist bei der diesjährigen Bierwoche groß. Aber was mögen die Besucher am liebsten?
Nachgefragt bei der Zentrale von Franken-Farm, die die Bewirtung im Stadel übernommen hat. "Das Wetter spielt bei der Essenswahl dieses Jahr durchaus eine Rolle", erfahren wir. Der Umsatz an kalten Broten oder Fischbrötchen sei deutlich höher als in den letzten Jahren. "Noch nie ist es bei einer Bierwoche so heiß gewesen wie in diesem Jahr".
Auf der Speisekarte im Stadel gibt es für jeden Geschmack etwas. Neben den fränkischen Klassikern Schweinshaxe, Grillhähnchen, Krenfleisch und Kulmbacher Bratwürste stehen auch einige kalte Speisen auf der Karte. Verständlich, denn bei 35 Grad Außentemperatur ist ein heißer Braten mit mit Klößen nicht jedermanns Sache. Dennoch sind die warmen Klassiker beliebt. Und besonders Firmen tischen bei den gemeinsamen Bierfest-Besuchen gerne Haxen und Hähnchen auf. Und auch für den normalen Besucher gehört die Grillhaxe obligatorisch einfach dazu. Ebenso wie die Bratwurst. Ohne die geht in Franken bekanntermaßen gar nichts.

Im Stadel treffen wir eine Besucherin, die gerade genüsslich in ihr Zwiebelmettbrot beißt. Ihren Namen mag sie zwar nicht in der Zeitung lesen. Aber immerhin verrät sie uns, dass sie sich nicht vorstellen kann, bei diesenTemperaturen einen Braten zu essen."Ein Zwiebelmettbrot ist genau das richtige beim Bierfest."
Von einer Scheibe Brot wird aber nicht ein ganzer Tisch satt. Dazu benötigt es schon größere Teller. Neu dieses Jahr ist auf der Karte im Stadel die fränkische Brotzeitplatte, die über und über mit kalten Spezialitäten bestückt ist: Bauch und Pressack, Schinken und Leberwurst, Obatzta und Handkäsla. Bei den Gästen kommt sie sehr gut an und wird häufig bestellt. Da kann jeder am Tisch entspannt zugreifen und es sich schmecken lassen.
Ein paar Tische weiter werden gerade Bratwürste gegessen. "Bratwürste gehörten einfach dazu. Die kann und muss man immer essen," sagt die Besucherin, und ihr Begleiter, der sich ein Fischbrötchen ausgesucht hat, bestätigt: "Einen Braten hätte ich jetzt nicht essen wollen, viel zu heiß."

Dennoch finden wir auch eine Vertreterin der Gögerla-Fraktion. Isabell Diehn hat sich bewusst für ihr Hähnchen entschieden. Auf die Frage, warum sie es isst, antwortet sie mit einem Lächeln: "Na ist doch klar, man braucht eine gute Grundlage für den Abend." Ebenso lachen ihre männlichen Begleiter, die sich für einen Sauerbraten und Kässpätzle entschieden haben. Möglicherweise aus dem gleichen Grund. Auch eine Bedienung bejaht, dass trotzdem warm gegessen wird, bevor sie ihr Tablett mit Krenfleisch an den Tisch bringt.

Außerhalb des Stadels wartet das traditionelle Essensangebot mit Bratwurst, Pommes, Fischbrötchen und Süßigkeiten. Eine Neuerung ist der Stand von Holger Griesenbrock, der dort Burger verkauft, die sich die Besucher abends schmecken lassen können. Und der, nebenbei bemerk, mit seinem grünen Leuchtband auch in Hingucker ist im sonst eher traditionellen Ambiente des Stadels.