Die Lage in Nordbayern sei kritischer als im Süden, konstatierte die CSU-Politikerin. "Der Klimawandel holt uns schneller ein als gedacht." Derzeit rechne man in Bayern mit 6,5 Millionen Festmetern Schadholz, womöglich auch mit zehn Millionen. Hinzu komme noch die Marktlage mit fallenden Holzpreisen. Die Staatsregierung habe 200 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, unter anderem, um Nischen in der Holzverwertung zu fördern. Auch müsse man wohl die Bauordnung ändern, um einen mehrgeschossigen Hausbau in Holz zu ermöglichen.

Man braucht schnelle Lösungen

Der Staatsregierung sei bewusst, was die Waldbauern für die Allgemeinheit leisten, und dass es ihnen nicht nur um Profit gehe, sagte Kaniber. Wald sei als CO2- und als Wasserspeicher unabdingbar. Man brauche allerdings schnelle Lösungen.

Für Försterin Carmen Hombach brauche es insbesondere eine Förderung, um die mittlerweile schwachen Waldbestände wieder aufzuforsten. Hier müssten die bisherigen Richtlinien angepasst werden, forderte sie beim Gedankenaustausch der Ministerin, an dem auch Politiker, Forstleute und Waldbesitzer teilnahmen. Die Waldbesitzer arbeiteten derzeit mit Verlusten von 5500 bis 10 000 Euro pro Hektar.

Landwirt und Waldbauer Patrick Burkhardt aus Heinersreuth stellte dies noch drastischer dar: "Für drei Euro die Stunde legen wir uns unter die Kuh und für zehn Euro Verlust gehen wir in den Wald." Um der Lage überhaupt Herr zu werden, plädierte er für eine chemische Bekämpfung der Borkenkäfer.

Chemie oder Schäleisen

"Wir müssen sie im Larvenstatus erwischen." Wer dies nicht verstehe, dem möge man ein Schäleisen in die Hand drücken und ihn zum Rindeschälen schicken.

Ein Sonder-Förderprogramm für den Frankenwald forderte Ludwig von Lerchenfeld. "Die Fichte ist hier tot; zehn bis 15 Millionen Festmeter sind Käferholz, das an den Steilhängen nur aufwendig mit Seilkränen zu fällen ist." Wolfgang Schultheiß von der Forstwirtevereinigung Oberfranken forderte zudem eine Räumungsprämie und eine Förderung der Umgestaltung der Wälder mit trockenheitsresistenten Pflanzen.

Theo Kaiser (WBV) wies darauf hin, dass man Neuanpflanzungen kostenintensiv umzäunen müsse.

Michaela Kaniber nahm die Anregungen mit nach München. "Wir sind bereits dran, die notwendigen Förderprogramme zu verbessern." Einer chemischen Bekämpfung der Borkenkäfer erteilte sie jedoch eine Absage.