Eigentlich ist klar, wie es nun weitergeht. Der Anfang von "Achterbahn", einer französischen Komödie von Eric Assous, klingt nach einer klassischen, etwas seichten Handlung. Doch der Zuschauer wird überrascht. Denn die Dame ist nicht das, was sie zu sein vorgibt. Charis Hager als Juliette übernimmt die Regie des Abends und der Nacht, gibt sich als Prostituierte oder Jurastudentin, als Journalistin und als Privatdetektiven aus. Erst ganz am Ende wird die bewegende Geschichte aufgedeckt.

Uraufführung mit Alain Delon

"Les montagnes russes", so der Originaltitel, 2004 in Paris mit Alain Delon in der Hauptrolle mit großem Erfolg uraufgeführt, hat alles, was französische Komödien so einzigartig macht: genau gezeichnete Charaktere, einen raffinierten Handlungsaufbau und umwerfenden Wortwitz. "Achterbahn" im Schlosstheater Thurnau unter der Regie von Wolfgang Krebs verbindet Drama und Komödie in anrührender Weise.

Charis Hager und Krebs stehen in diesem Stück erstmals gemeinsam auf der Bühne. Schon nach wenigen Minuten harmonieren beide hervorragend. Die Berg-und-Tal-Fahrt der Emotionen ist eine schauspielerische Herausforderung, die die Akteure perfekt meistern. Die Figuren haben eine Tiefe, die erst im Laufe des Stückes klar wird. Es macht großen Spaß, die Entwicklung der beiden Figuren - die Wandlung der Juliette und die Läuterung des Pierre zu verfolgen, mitzufiebern, zu lachen und schließlich auch betroffen zu sein.

Kein Wunder, dass der folgende Schlussapplaus mehrere Minuten anhält. Ein gelungener Start in die neue Saison des Schlosstheaters Thurnau.