"Posse in Rappetenreuth" titelt der Bayerische Rundfunk, und die Geschichte, die da erzählt wird, ist von der Art, die es einem schwer macht, eine staatliche Einrichtung ernst zu nehmen. Es geht um die "Immobilien Freistaat Bayern", laut Internetseite ein "kaufmännisch arbeitender Staatsbetrieb" mit der Aufgabe, die Immobilien, die dem Freistaat Bayern gehören, zu verwalten. Im Falle des Falles auch zu verkaufen. So wie beispielsweise ein Haus mit Nebengebäude auf rund 1300 Quadratmetern Grund in Rappetenreuth. Kein leichtes Unterfangen, sollte man meinen, denn die Zahl der Interessenten dürfte nach menschlichem Ermessen überschaubar sein.

Einer, immerhin, fand sich, dessen Interesse sogar so groß war, dass er eine Ortsbesichtigung vornehmen wollte. Besichtigen freilich konnte er nur das Grundstück. Nicht aber Haus und Nebengebäude. Die nämlich gibt es gar nicht. Nicht mehr, um genau zu sein. Abgerissen vor zwei Jahren auf Betreiben der Abteilung Verwaltung nach mehreren gescheiterten Verkaufsversuchen.

Was nach dem Abriss folgte, ist schwer nachzuvollziehen für einen, der eine deutsche Behörde immer noch für einen Ausbund an Korrektheit hält. Kein Hinweis an die Abteilung Verkauf, kein offizieller Vorgang, nicht einmal eine Aktennotiz. Und von den Verkäufern? Keine Nachfrage bei den Kollegen, keine Stippvisite vor Ort, bevor sie das Haus wieder einmal feilbieten.

"Peinlich", sagt Geschäftsführer Dieter Knauer dem Bayerischen Rundfunk. Was er nicht sagt, aber natürlich ganz genau weiß: Dass jetzt Spott und Häme hereinbrechen werden über sein Unternehmen, dass man ihn vorführen und sagen wird: "Da schau her - der Staat!"

Was lernen wir daraus? Trau keinem, nur weil er vielleicht beim Staat arbeitet. Kauf die Katze nicht im Sack. Und schon gar nicht ein Haus ohne vorherige Besichtigung. Nicht das ebenfalls angebotene Holzhaus in Tettenweis, nicht die "Villa Maria" in Bad Brückenau und auch nicht die alte Mälzerei in Neuburg am Inn.

Sollte sich beim Ortstermin herausstellen, dass auch diese Gebäude gar nicht mehr existieren - dann ist ja vielleicht das Grundstück so idyllisch gelegen, dass man es auch gerne unbebaut nimmt. So wie der Kaufinteressent von Rappetenreuth. Der immer noch kaufen möchte. Nun eben ohne Haus.