Trotz einzelner Baumaschinen ist es in Melkendorf ungewohnt ruhig. Nur einzelne Autos von Anwohnern sind zu sehen. Einige wenige Autofahrer von weiter her haben sich verfahren: Melkendorf ist zur Zeit dicht gemacht. Der Grund: Die Ortsdurchfahrt wird saniert. Die Straßendecke ist bereits abgefräst und wartet auf die frische Schicht Asphalt.

Die Ortsdurchfahrt von Melkendorf und Teile der Staatsstraße 2190 bei Katschenreuth sind deswegen bis einschließlich Donnerstag gesperrt - auch dort sind Straßenarbeiten im Gange. Wer in diesem Gebiet unterwegs ist, muss zum Teil viele Kilometer Umweg auf sich nehmen.

Was machen in einem solchen Fall Feuerwehr und Rettungsdienst? Sie können schließlich keinen Umweg in Kauf nehmen, wenn es um Menschenleben geht. Andrea Mandl, Pressesprecherin der Stadt Kulmbach, findet beruhigende Worte: "Alle Rettungsorganisationen sind über die Maßnahmen informiert und wissen, wie, wo und wann sie an die verschiedenen Abschnitte gelangen."

Dies sei die allgemeine Vorgehensweise bei allen Baustellen, die den Verkehr beeinträchtigen. Die Stadt Kulmbach setzt sich mit den betreffenden Leitstellen und Organisationen vor Beginn der Baustelle in Verbindung und informiert diese ausführlich. Da in diesem Fall auch eine Staatsstraße betroffen ist, ist das Staatliche Bauamt ebenfalls involviert. Die nötigen Informationen wurden natürlich auch an die betroffenen Anwohner weitergegeben.

Die Kulmbacher Feuerwehr ist in gleicher Weise vorbereitet und kann die gesperrten Straßen im Notfall passieren. "Schließlich müssen die Baufirmen mit ihren Baggern auch durchfahren", sagt Kreisbrandinspektor Thomas Limmer. Zudem können die Feuerwehren aus Windischenhaig, Katschenreuth, Thurnau und Kasendorf "von hinten" zu Hilfe kommen.

Das Rote Kreuz kann auch "nicht einfach über die Baustelle fliegen", so Kreisbereitschaftsleiter Maximilian Türk. Allerdings habe man sogar direkte Hilfe vor Ort: Zwei Helfer des Rettungsdienstes wohnen in Melkendorf und seien über Nacht samt Rettungswagen einsatzbereit. Falls gar nichts mehr gehe, könne die Bergwacht mit ihren Fahrzeugen querfeldein zur Hilfe kommen oder der Hubschrauber angefordert werden. "Keiner bleibt unversorgt", beteuert Maximilian Türk.

Nicht alltäglich stellt sich die Situation für die Fahrer der Lieferwagen und die Zeitungsausträger dar. Sie müssen längere Wege zurücklegen und auf den einen oder anderen Schleichweg ausweichen. Da kann es schon einmal passieren, dass die Zeitung ein wenig später als sonst im Briefkasten landet.

Die ortsansässigen Unternehmen und Dienstleister müssen wegen der Baustelle eine große Kröte schlucken: Etliche Betriebe sind vorläufig nicht erreichbar. Einige von ihnen haben konsequent reagiert - und sperren ein paar Tage zu.