Zusammen mit den befreundeten Tanngrindler Musikanten aus dem oberpfälzischen Hemau feierten die Kulmbocher Stollmusikanten ihr 15-jähriges Bestehen. Was beide Blaskapellen am Samstagabend den gut 350 Besuchern auf der Bühne der Dr.-Stammberger-Halle boten, war Extraklasse und löste beim Publikum Beifallsstürme aus.

Die Freundschaft der Oberfranken und der Oberpfälzer wurde in Oberbayern begründet, als Jürgen Friedrich bei einem Seminar die Sängerin und Klarinettenspielerin Daniela Scheuerer traf. Ein erster gemeinsamer Auftritt erfolgte beim Meilerfest in Neubau bei Fichtelberg. Der Hemauer Frieder Roßkopf empfahl die Kulmbacher dem Bayerischen Rundfunk, so dass die Stollmusikanten zu zahlreichen Gastspielen im Radio und im Fernsehen kamen. Der erste offizielle Auftritt der Kulmbocher Stollmusikanten fand vor 15 Jahren in Hegnabrunn statt, verriet Roland Schaller. Danach ist die Truppe immer bekannter geworden.


Roland Schaller souverän

Unter der souveränen Führung von Roland Schaller wurde das Publikum in der Stadthalle von Beginn an in gute Laune versetzt. Begeistert klatschten, sangen und schunkelten die Zuhörer mit. Bei Liedern wie "Der Sunndougsfohrer", der kein Gas gibt, oder "Die Galle", in Anlehnung an "Pigalle" von Bill Ramsey (1961), gab es kein Halten mehr. Eine Premiere hatten die Musiker auch zu bieten: Das Lied "Ich werd verrückt, die Katz hod geschütt" wurde erst im September geschrieben.

Mit schottischen Klängen, Witzen - zum Beispiel über den achten Versuch, die Führerscheinprüfung zu bestehen - und Lobeshymnen auf die fränkische Bratwurst aus Kulmbach, "die das Prädikat Meisterklasse verdient", kamen Frieder Roßkopf und die Tanngrindler Musikanten bei den Kulmbacher Zuhörern bestens an.

Was die achtköpfige Gastkapelle aus der Oberpfalz für ein Repertoire an Blasmusik im Gepäck hatte, war schon bewundernswert. Über eine Portion der Oberpfälzer Variante der Bratwurst, den Bauernseufzer, durften sich Roland Schaller und seine Musikanten freuen.


Böhmisch bis Jodler

Im Wechsel mit den Stollmusikanten steuerte der Hemauer Dreigesang mit Hans Huber, Alois Weinzierl und Daniela Scheuerer zu dem flotten Stück "Heut gibt's a Rehragout" die passenden Zutaten bei. Ein Jodler, der bayerische Defiliermarsch, den Roland Schaller persönlich dirigierte, sowie böhmische und fränkische Klänge rundeten den gelungenen Auftritt der Oberpfälzer ab.

Im zweiten Teil des Konzerts erfuhren die Besucher, dass in Franken die Klöße unter den Achseln gerollt werden, die Leut' fränkisch und frei sind ("denn do red kaaner nei") sowie ein Walzer auch im Sitzen getanzt werden kann. Je länger der Abend dauerte, desto mehr geriet das Publikum aus dem Häuschen. Das Stück "Mir sind Oberfranken" drückte die Heimatverbundenheit der Kulmbacher Musiker aus, bei denen Norbert Zimmermann, von Anfang an dabei, seinen letzten Auftritt absolvierte.