In diese Entscheidung war die Gemeinde nicht eingebunden. Sie wurde nur darüber kurzfristig vorinformiert, wie Bürgermeister Volker Schmiechen (SPD) auf Rückfrage erklärt.

Das Gemeindeoberhaupt zeigte sich entrüstet über die ausländerfeindlichen Äußerungen in Facebook, betont aber zugleich, dass sich der Urheber mittlerweile persönlich bei ihm dafür entschuldigt hat.

Was die Unterbringung der fünf syrischen Familien - darunter auch Kleinkinder - in Untersteinach angeht, sei die Gemeinde nicht in die Entscheidungsfindung eingebunden gewesen, so Schmiechen. Offenbar hatte der Besitzer der beiden Anwesen am Eichberg, der die Gebäude immer wieder sporadisch vermietet oder als Ferienwohnung anbietet und der selber im Norddeutschen wohnhaft ist, dem Aufruf der Regierung zur Meldung von Leerständen Folge geleistet.

Drei Millionen Syrer auf der Flucht

Die in Untersteinach untergebrachten syrischen Flüchtlinge kommen nach Informationen von Verwaltungsleiter Martin Betz aus einem Lager im Libanon. Sie sind auf Einladung der Bundesregierung nach Deutschland gekommen, haben bereits verwandtschaftliche Beziehungen in die Bundesrepublik und sind keine Muslime. "Wenn sie in Syrien geblieben wären, dann wären sie wahrscheinlich schon nicht mehr am Leben", sagt Volker Schmiechen mit dem Hinweis auf die unbeschreiblichen Greueltaten der Terror-Miliz IS, vor denen inzwischen fast drei Millionen Syrier in Nachbarländer und davon allein 1,5 Millionen in die Türkei geflohen sind.

Wie lange die 22 Flüchtlinge in Untersteinach bleiben werden, weiß Volker Schmiechen nicht. Nach seinen Informationen durch die Regierung von Oberfranken soll der Aufenthalt "nur von kurzer Dauer" sein, ehe die fünf Familien auf andere Unterkünfte - eventuell in die Nähe von bereits in Deutschland lebenden Verwandten - verteilt werden.

In der Gemeinderatssitzung am Donnerstag will der Bürgermeister die Gemeinderäte näher informieren, die Fraktionssprecher wurden von ihm bereits in Kenntnis gesetzt.

Dann wird es auch um die Frage gehen, ob - und wenn ja wie - sich die Gemeinde im Zusammenwirken mit den Kirchen und den Sozialverbänden in die Betreuung der Flüchtlinge einbringt.

Engagement immer willkommen

Und das ist in der Tat eine Frage der Zeit, wie Oliver Hempfling, Pressesprecher der Regierung von Oberfranken, zum konkreten Fall erläutert. Die Wohnungen am Untersteinacher Eichberg sind demnach nur eine "vorläufige Zwischenunterbringung" und werden wieder freigemacht, wenn die Unterkünfte der Stadt Kulmbach hergerichtet sind. Das dürfte in den nächsten Tagen geschehen, zumal dort jetzt weitere syrische Flüchtlinge einquartiert wurden. Dort werde dann auch eine Betreuung der Flüchtlinge über die Wohlfahrtsverbände geregelt, die bei dezentraler Unterbringung und kleineren Personengruppe schwer zu bewerkstelligen sei. Grundsätzlich gelte aber, dass "bürgerschaftliches Engagement immer willkommen" ist, so der Pressesprecher. "Dafür besteht ganz viel Bedarf", betont Hempfling und verweist beispielsweise auf die Welle der Hilfsbereitschaft in Neuenmarkt.

Unmissverständlich sind derzeit auch die Planungen für die Privatwohnungen in Untersteinach. Nach dem derzeitigen Stand ist es nicht vorgesehen, dort nochmals Flüchtlinge oder Asylbewerber unterzubringen.