Reinhold Dippold ist "tief enttäuscht". Nachdem Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt beim Bezirksparteitag der CSU am Wochenende in Bischofsgrün der Ortsumgehung von Kauerndorf und Untersteinach eine klare Absage erteilt hat, will der Sprecher der Interessengemeinschaft "Umgehung B 289 Kauerndorf" zwar nicht aufgeben, aber ein kleines bisschen resigniert hat er.

"Wir werden überlegen, wie es weitergeht, ob wir der Diplomatie noch Raum lassen. Viel Spielraum ist aber nicht mehr. Die zurückliegenden eineinhalb Jahre haben wir uns ja ruhig verhalten. Wir werden uns jedenfalls zu wehren wissen", sagt Dippold, der schon seit Jahren für den Bau der Umgehung kämpft. Deren Kosten sind in dieser Zeit gestiegen und gestiegen. Mittlerweile wird von 82 Millionen Euro ausgegangen, die für die B 289 neu um Kauerndorf und Untersteinach fällig werden.

Dippold sieht die Region von der Politik aufs Abstellgleis geschoben, die Umgehung "eiskalt abgesetzt". "Es werden Riesenmaßnahmen in Bayern genehmigt - Oberfranken ist nicht dabei. Das muss unseren Abgeordneten zu denken geben", betont er.

Sauer auf die "Oberbayern-Connection"

Als Beispiel führt er den Bau der Umgehung Oberau im Landkreis Garmisch-Partenkirchen an, die 170 Millionen Euro kosten soll. "Wenn Minister Dobrindt bei uns davon spricht, dass er keine Geschenke verteilen kann, liegt das daran, dass sie schon woanders verteilt worden sind und für Oberfranken nichts mehr übrig ist." Für Dippold ist ganz klar, warum das so gelaufen ist: die "Oberbayern-Connection".

Auf der anderen Seite spricht er MdB Emmi Zeulner (CSU) aus Lichtenfels ein großes Lob für deren Engagement aus. "Unsere junge Abgeordnete hat sich bemüht wie kein anderer Abgeordneter - inklusive zu Guttenberg."
Dippold verweist darauf, dass die Überlegungen für eine Umgehungsstraße um Kauerndorf bereits auf das Jahr 1957 zurückgehen. Dann habe es aber immer wieder neue Vorschläge geben, die von einer Hangtrasse bis zur Tunnellösung reichten.

Für den Kreisvorsitzenden des Bund Naturschutz, Wolfgang Schenker, ist das Aus für die Umgehung keine Überraschung: "Wegen der Kostensteigerung und sinkenden Verkehrszahlen - und das vor dem Hintergrund eines gigantischen Eingriffs in die Natur."

Schenker bedauert, dass viel Zeit verloren gegangen ist, einer Planung hinterherzulaufen, anstatt "echte und realistische Verbesserungen umzusetzen".

Sein Wunsch ist es nun, dass sich alle Entscheidungsträger an einen runden Tisch setzen und überlegen, mit welchen Eingriffen und Kosten die Verkehrssituation entschärft werden kann. "Man muss sich jetzt auf die neue Situation einstellen und schauen, wie man das Beste rausholen kann, ohne sich dabei auf eine Maximallösung zu fixieren."