Halb freigelegte Beton-Armierungen, abgeklopfter Putz und Reste von Wandfliesen, dazu Staub in der Luft, der in die Lungen drückt und das Atmen erschwert - das alles ergibt diese typische Melange von Großbaustelle. Wo der Kunstverein noch vor einigen Monaten seine Werke aufhängte, steht jetzt ein kleiner Bagger und macht große Löcher in die Wände des ehemaligen Flaschenkellers. Im Mönchshof startet das Projekt "Gewürzmuseum" mit Schutt und Getöse. Pfefferkörner-Duft und Vanille-Aroma umwehen die Nase (noch) nicht, dafür fährt der Geruch frisch angerührten Mörtels in die Nase.

Kernsanierung hat begonnen

"Kann man sich gar nicht vorstellen, dass hier in 15 Monaten ein Museum eröffnen soll, oder? Sigrid Daum ruckelt an ihrem Bauhelm und senkt ihren Blick auf den Plan. Den hält Museums- und Bauleiter Bernhard Sauermann zusammen mit Gerhard Küspert von der ausführenden Baufirma aus Wunsiedel gegen das Licht, das durch einen Wanddurchbruch von außen hereinscheint. Die Kernsanierung des Gebäudes hat begonnen. "Die ersten Gewerke sind, wie man sieht, schon vergeben, weitere sind ausgeschrieben", sagt Sigrid Daum. Als Geschäftsführerin des bayerischen Brauerei- und Bäckereimuseums im Mönchshof pendelt sie häufiger zwischen Büro und Baustelle.

75.000 Euro abrufbar

Dazwischen flattern positive Nachrichten aus München auf ihren Schreibtisch. Die jüngste kam gerade: Aus dem bayerischen Kulturfonds des Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst fließen 75.000 Euro nach Kulmbach. "Das ist der Anteil für dieses Jahr", erklärt Sigrid Daum. Insgesamt stünden bis 2015 für das Museum, das Deutschlands größtes werden soll, 225.000 Euro bereit. "Die Gelder sind je nach Baufortschritt abrufbar."

Die Bereitstellung der Räumlichkeiten ist das eine; ein Museum mit Leben zu erfüllen - das ist noch mal eine ganz andere Baustelle. Dafür ist Manuela Mahn zuständig. Sie zeichnet verantwortlich für das wissenschaftliche Konzept. "Sie ist so etwas wie Deutschlands Gewürz-Päpstin und berät unter anderem Starköche wie Alfons Schuhbeck", sagt Sigrid Daum. Jüngst war Manuela Mahn als Dozentin und Jurorin tätig, als im "Mupäz" der erste Kurs für angehende Gewürzsommeliers abgehalten wurde.

Die Expertin, die über die "Kulturgeschichte der Gewürze" promovierte, erarbeitet derzeit die Museumskonzeption. Im ersten Abschnitt der 1200 Quadratmeter Ausstellungsfläche soll ein Gewürzbasar entstehen, an dem die Besucher die Gewürze schmecken, riechen, fühlen und sogar hören können.

Im noch nicht eingehausten zweiten Teil begibt man sich auf die Gewürzroute, die vom Orient bis nach Franken führt. Den Schluss bildet ein "SpiceClub". Dort gibt es Tipps und Informationen zur Verwendung verschiedener Gewürze in der Alltagsküche, aber auch zu ihrem Nutzen als Heilkräuter.