Mit einem Milchlaster Trinkwasser von Stadtsteinach in die Ortsteile Triebenreuth, Schwärzleinsdorf, Vogtendorf und Bergleshof bringen, weil die dortigen Quellen kein Wasser liefern - diese Situation gab es im heißen Sommer 2018 mehrfach, und sie soll sich möglichst nicht wiederholen. Deshalb strebt die Stadt eine Lösung an, die ganzjährig eine bedarfsgerechte Versorgung der Bevölkerung sicherstellt.

Bei einer Teilbürgerversammlung in Triebenreuth wurden kürzlich die möglichen Maßnahmen diskutiert. Christian Heiß vom Ingenieurbüro IBP stellte dem Stadtrat nun ausführlich die vier möglichen Varianten der zukünftigen Wasserversorgung vor, von denen jedoch nur zwei dauerhafte Versorgungssicherheit versprechen und finanziell gefördert werden können.

Variante eins wäre ein Ausbau der bisherigen Quellen mit Bau eines Pumpwerks in Triebenreuth. Ob die Wassermenge dann ausreicht, ist jedoch fraglich. Die Kosten in Höhe von 1,1 Millionen Euro wären nicht förderfähig, ebensowenig wie die 1,3 Millionen Euro teure Variante zwei: ein zentraler Hochbehälter am höchsten Punkt, der von allen Quellen gespeist würde, jedoch wegen der langen Standzeit des Wassers zu hygienischen Problemen führen kann.

Für eine verlässliche Versorgung müsste Wasser von Stadtsteinach in die höher gelegenen Ortsteile gepumpt und dort über einen zentralen Hochbehälter verteilt werden. Das Stadtsteinacher Wasser kommt aus eigenen Quellen und bei Bedarf von der Fernwasserversorgung Oberfranken. Diese Variante favorisieren die IBP-Experten ebenso wie das Wasserwirtschaftsamt.

700 000 Euro Förderung

Bei Kosten von 1,6 Millionen Euro könnte die Stadt mit einer Förderung in Höhe von 700 000 Euro rechnen. Die gleiche Fördersumme käme für Variante vier infrage, die zusätzlich die eigenen Quellen erhalten und nutzen würde. Für die Mehrkosten von rund 400 000 Euro gäbe es keine Zuschüsse.

Der Stadtrat lässt im nächsten Schritt ein Gutachten erstellen, ob die Quellen in den Ortsteilen so strukturiert sind, dass sie lange genutzt werden könnten. Auf dieser Basis soll in der nächsten Stadtratssitzung eine Entscheidung getroffen werden. Die Räte ziehen die Varianten drei und vier in Betracht. "Wenn es finanzierbar ist, wünschen sich die Bürger Variante vier mit Erhaltung der eigenen Quellen", sagte der Triebenreuther Ortssprecher Stephan Seifert.

Dank eines neuen bayerischen Förderprogramms, das bis 2021 läuft, will die Stadt noch weitere wichtige Aufgaben anpacken. Stadtsteinach hat im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten in den letzten Jahren nicht nur in den Wasser- sondern auch in den Abwasserbereich investiert. Für die Kläranlage aus den 80er Jahren läuft nun allerdings das Wasserrecht aus und wird im derzeitigen Zustand nicht verlängert. Das Ingenieurbüro hat einen Investitionsbedarf von rund 2,25 Millionen Euro errechnet, 750 000 Euro Förderung wären denkbar. Auch hier soll das Büro die nötigen Maßnahmen im Detail ermitteln und berechnen.Auf dieser Basis will der Stadtrat dann entscheiden.