Aller guten Dinge sind vier. Oder: Das Lustigste kommt dieses Mal zum Schluss. Mit "Das sündige Dorf" folgt am morgigen Freitag um 20.30 Uhr die letzte Saison-Premiere auf der Trebgaster Naturbühne. Nachdem sich das Ensemble der "Wanderhure" nach einer grandiosen dritten Premiere vorübergehend verabschiedet hat, übernehmen jetzt die Oldies und Routiniers das Geschehen auf der Bühne.

Das sind zum Beispiel Siegfried Küspert, Georg Küfner, Werner Eberhardt und Marion Regnet. Sich selbst brauchen sie nichts mehr zu beweisen. Dem Publikum werden sie aber zeigen, dass sie auch nach einigen Jahrzehnten ganz einfach immer noch Spaß am (Theater-)Spiel haben. Und das merkt man auch vom ersten Augenblick. Sie agieren frisch von der Leber weg und artikulieren sich auch so.

Der Chef ist von Anfang an dabei

Naturbühnen-Chef Siegfried Küspert selbst stand bereits 1953 als Pfalzgrafensohn "Schmerzensreich" bei "Genoveva", der ersten Vorstellung auf dem Wehlitzer Berg überhaupt, als Siebenjähriger auf der Bühne. Sein Auftritt 2005 als "braver Soldat Schwejk" ist heute noch als seine Paraderolle in aller Munde. Oder in jüngerer Zeit 2015, als er sich als Bürgermeister Peppone mit Don Camillo Werner Eberhardt Wortgefechte lieferte.

Wer erinnert sich nicht an Georg Küfner als "Der verkaufte Großvater" 2010? Marion Regnet kommt als langjährige leidenschaftliche Schauspielerin von den "Alt-Bayreuthern". 2013 sprang sie kurz vor der Premiere als "Ersatz" für die erkrankte Hauptdarstellerin bei den "Drei Dorfheiligen" ein. In zwei Wochen zog sie sich ihren Text rein und zählt seither zu den Trebgaster Aktivposten. Sie "lebt" Theater und ist auch in ihrem siebten Jahr mit Leib und Seele dabei.

Regisseur lässt künstlerische Freiheit

Bei aller Liebe zu einem notwendigen Drehbuch: Regisseur Rainer Streng weiß, dass er gut beraten ist, die Haudegen nicht in ein allzu strenges Korsett zu zwängen. Es sind alles Typen, die zwischendrin in der einen oder anderen Situation auch immer mal ihre künstlerische Freiheit brauchen und auch nutzen.

Das vierte Team der diesjährigen Spielzeit verlegt seine Aktivitäten in ein beschauliches oberfränkisches Dorf. Aber in der Provinz wird nach und nach ersichtlich: Hier hat irgendwie jeder "Dreck am Stecken". Es zeigt sich, dass es heutzutage auch in Franken noch "zwischenmenschliche Fehltritte" gibt.

Klassisches Volksstück

Ein klassisches Volksstück mit Verwechslungen und Verwicklungen. Der Bauer hat zwar die Hosen an, aber die Bäuerin hat "schlagkräftige" Argumente, um zu zeigen, wer im Haus und auf dem Hof das Sagen hat. Kein Wunder, dass deshalb der Haussegen manchmal etwas schief hängt. Noch dazu, wenn sich die beiden Söhne ausgerechnet in dasselbe Mädchen verlieben.

Das Kraut fett macht dann noch ein Viehhändler, der auch seine Tochter unter die Haube bringen will. Da sind Komplikationen vorprogrammiert. Liedeinspielungen wie "Die Liebe ist ein seltsames Spiel" klingen da schon wie ein Orakel. Die Technik wird dieses Mal nicht so stark gefordert wie bei vielen anderen Inszenierungen. "Hier kommt es auf den Text und das Spiel an. Lichteffekte würden dabei nur ablenken", erklärt der Regisseur.

"Wir müssen jetzt schauen, dass wir die tolle Harmonie, die im Team herrscht, auf die Bühne übertragen. Ziel ist es, die Verwicklungen so humorvoll und lustig zu gestalten, dass die Spannung aufrechterhalten wird."

Echter Schenkelklopfer

Ein echter Schenkelklopfer also, eigentlich ist alles wie aus dem täglichen Leben gegriffen. Eine Geschichte, die die menschlichen Schwächen bloßstellt und dabei immer wieder den Nagel auf den Kopf trifft, mit dem Ziel, dem Publikum Unterhaltung und Spaß zu bieten.

Happy-End? Nicht ausgeschlossen.