Die Gemeinde Trebgast hat die Erweiterung der Kinderkrippe sowie den Abriss und Neubau des Kindergartens beschlossen. "Das ist ein wegweisender Beschluss, der für die Zukunft unserer Gemeinde Sinn macht", kommentierte Bürgermeister Werner Diersch (SPD/WG) die Entscheidung, die der Gemeinderat mit Gegenstimmen von Emil Lauterbach und Günther Teufel (beide CSU/NWG) fällte.

Gleichzeitig wurde beschlossen, den Förderantrag bei der Regierung von Oberfranken zu stellen und den vorzeitigen Maßnahmenbeginn zu beantragen. Vorausgegangen waren Gespräche zwischen Bürgermeister, Pfarrer, Architekturbüro und Verwaltung. Im Raum stand dabei die Frage: Neubau oder nicht? Erweiterungsmöglichkeiten wären danach nur nach Westen und Norden möglich, und von der Erschließung her sehr aufwändig. Nach Berücksichtigung aller Argumente, einer Bewertung des Ist-Zustandes und Beachtung weiterer Gegebenheiten, die sich auf die Zuschusssituation auswirken können, fertigte das Architekturbüro Schmidt die Pläne, die im Juli mit der Regierung abgestimmt wurden, um die höchstmögliche Förderung zu bekommen. Nach der Kostengegenüberstellung Generalsanierung/Neubau gab die Wirtschaftlichkeitsrechnung den Ausschlag für die Variante "Erweiterung der Kinderkrippe sowie Abriss und Neubau des Kindergartens."

Matthias Schmidt erläuterte dem Gremium am Montagabend die Details. Vorgesehen ist demnach, die Kinderkrippe, die als bisher letzter Bereich 2012 errichtet wurde, zu belassen. Im Bewegungsraum wird eine zweite Krippengruppe untergebracht. Durch diesen kleinen Eingriff wird die Krippe künftig ein in sich abgeschlossener Bereich.

Durch das große Dach mit dem großen Oberlicht ist der darunterliegende angrenzende Bereich im Sommer sehr warm und im Winter kalt. "Für eine notwendige energetische Sanierung reichen die statischen Bedingungen des Dachstuhls wegen der großen Spannweiten nicht aus. Deshalb wird dieser Teil der Kita abgebrochen und neu konzipiert", so Matthias Schmidt. Der zweistufige Kindergarten erfordert zwei Gruppenräume, zwei Intensivräume, Personalräume und Besprechungsraum. Nach Süden ausgerichtet entsteht ein größerer Küchen- und Essensbereich.

Im Norden wird der neue Mehrzweckraum angebaut. Darüber gibt es künftig ein zweites Geschoß für die Personalräume und eine Lagerfläche, die über einen kleinen Aufzug oder eine sogenannte Steighilfe zugänglich werden. Die Haupträume erhalten architektonisch klein gestaltete Satteldächer. Ein Flachdach verbindet die Bauteile miteinander.

Zum Schluss kam Matthias Schmidt auf den "Casus knaxus", die Kosten, zu sprechen. Inklusive Abriss, aber ohne Einrichtung (Mobiliar, Schränke, Stühle) sieht er rund 2,3 Millionen Euro brutto als realistische Schätzung an. Was davon letztlich an finanzieller Eigenleistung übrig bleibt, ist nach Meinung von Architekt und Verwaltung derzeit noch nicht absehbar, da der Antrag bei der Regierung zur Ermittlung der förderfähigen Kosten noch verschiedene Prüfverfahren durchlaufen muss. Erst danach werden Kommune und Kirche darüber reden, wie der nicht förderfähige Restbetrag aufgeteilt wird.

Der Bürgermeister wies darauf hin, dass der Kindergarten eine Pflichtaufgabe der Gemeinde ist. "Wir kommen da nicht drum herum. Egal, ob die Kirche mitmacht oder nicht." Die Frage von Werner Köstner (SPD/WG) nach dem Zeitpunkt des Baubeginns beantwortete Matthias Schmidt so: "Bis Ende 2020 sollten wir das neue Gebäude dicht bekommen."

Nachmieter gesucht

Der Mieter des gemeindlichen Opels-Hauses in der Berliner Straße ist ausgezogen. Die Räte sollen sich jetzt Gedanken über die Zukunft dieser Immobilie zu machen: Nach Renovierung einiger Fenster wieder vermieten, oder als gemeindliche Einrichtung nutzen. Bürgermeister Werner Diersch vertrat die Ansicht, dieses ortsbildprägende Gebäude im Bestand zu schützen und in Gemeindehand zu behalten.