Nach jahrelangen Überlegungen mit zahlreichen geologischen Untersuchungen und Fachgutachten sei man zu diesem Ergebnis gekommen, erläuterte der Neudrossenfelder Bürgermeister. Die Folge: Der Zweckverband Lindauer Gruppe wird in der Zukunft die beiden Tiefbrunnen I und II nahe Lindau stilllegen und Fremdwasser beziehen.


FWO oder Stadtwerke?

Entweder von der Fernwasserversorgung Oberfranken oder von den Stadtwerken Kulmbach, darüber muss aber noch beraten werden. Der Zweckverband bleibt aber weiterhin Verwalter und Verteiler des Wassers samt den Einrichtungen.

Die Verbandsversammlung machte sich die Entscheidung nicht leicht, doch die Sanierung der beiden Brunnen würde erhebliche Kosten verursachen. Und ein Top-Wasser sei es auch nicht gewesen, so der allgemeine Tenor.


"Besseres Wasser"

Verbandsvorsitzender Dieter Schaar und Geschäftsführer Wolfgang Schröder: "Aus unserer Sicht ist die Versorgung mit Fremdwasser die beste und zukunftsorientierteste Lösung mit insgesamt besseren Wasser. Wir haben schon länger gesagt, gegen den Willen eines ganzen Dorfes machen wir nichts."

Die Lindauer Bürger hätten sich durch die Erweiterung der Schutzzone in ihrer Handlungsfreiheit beim Bauen und bei sonstigen Vorhaben stark eingeengt gefühlt. Die jetzige Lösung sei eine sinnvolle Alternative. Natürlich werde das Wasser dadurch teurer, man rechne mit einer Erhöhung von derzeit einem Euro auf etwa 1,25 Euro. Wegen der nötigen Aufrüstung der beiden Quellen und den erhöhten Ausgleichszahlungen an die Landwirte für das dann erweiterte Schutzgebiet wäre der Preis für den kostbaren Stoff auch im Falle der Beibehaltung der eigenen Versorgung gestiegen.

Gleich bleibt das Versorgungsgebiet mit etwa 720 Haushalten für2380 Einwohner, sagte Geschäftsführer Schröder. Die Lindauer Gruppe beliefert die Ortsteile nördlich der Gemeinde und der Autobahn von Langenstadt über Brücklein und Schwingen bis nach Waldau und Hölle sowie Lindau. Dazu gehören ebenso Stadtteile von Kulmbach wie Donnersreuth, Leuchau und Rothenhügl. Das Verbandsgebiet umfasst 32 Quadratkilometer, das Leitungsnetz 55 Kilometer. Das Wasseraufkommen beträgt 160 000 Kubikmeter pro Jahr, wovon Lindau unter zehn Prozent bezieht. Das spielte aber bei den Überlegungen keine Rolle.

In den nächsten Wochen wird es Aufgabe sein, die wirtschaftliche und technische Realisierung der Fremdlieferung zu stemmen. "Wir eine für jede Seite akzeptable Regelung suchen", versprach Schaar. Der seit fast 50 Jahren bestehende Zweckverband werde auch künftig für eine einwandfrei funktionierende Wasserversorgung Garant sein.