Mit der endgültigen Förderzusage ist nun auch der Weg frei für eine umfassende Modernisierung. So war es verständlich, dass Bürgermeister Dietmar Hofmann (SPD-Offene Liste) zur Abwechslung von einem rundum positiven Tagesordnungspunkt sprach: "Seit Freitag letzter Woche haben wir es schriftlich, dass unser Projekt "Thurnau und das Kulmbacher Land als Töpfer- und Kunsthandwerkregion" von der Europäischen Union als förderfähig eingestuft worden ist."

Jürgen Kieslich (CSU) stimmte aus finanziellen Gründen als Einziger gegen die Sanierung. Erklärtes Ziel ist es, die Fertigstellung des ehrgeizigen Projekts bis 1. April 2014 zu schaffen.


Arbeiten ausgeschrieben

Die mündliche Zusage lag der Marktgemeinde Thurnau bereits vor und deshalb wurden auch verschiedene Ausschreibungen durchgeführt. Unter anderem für die Betreuung und Koordination des Projekts, die Beauftragung eines Architekten und die Beauftragung eines Gestaltungsbüros für den Museumsbereich. Bürgermeister Hofmann: "Damit ist jetzt der Weg frei für eine umfassende Modernisierung des Museums, für eine energetische Sanierung, für die Trockenlegung des Kellergewölbes, für die Neugestaltung der Schauräume und für ein museumspädagogisches Konzept." Die Kosten dafür belaufen sich auf rund 450.000 Euro, die Fördergelder kommen unter anderem aus dem EU-Strukturtopf "Leader in Eler", von der Oberfrankenstiftung, der Landesstelle für nicht staatliche Museen in Bayern, der Bayerischen Landesstiftung und dem Landkreis Kulmbach.

Hofmann kündigte an, dass das Projekt im Detail noch vor Ostern gemeinsam mit Landrat Klaus Peter Söllner als Chef der lokalen Leader-Aktionsgruppe der Öffentlichkeit vorgestellt wird: "Die Aktionsgruppe hat unsere Pläne von Anfang an sehr wohlwollend unterstützt."


Förderquote: rund 85 Prozent

Mit rund 85 Prozent kommt der Markt Thurnau nach den Worten des Bürgermeisters jetzt schon auf eine Förderquote, die bei vergleichbaren Projekten kaum erreicht werde. Hofmann: "Das ist ein großartiger Erfolg, vor allem auch für Sandra Bali, die in den vergangenen Monaten zum Teil sogar ehrenamtlich unglaublich viel Herzblut in diese Aufgabe gesteckt und unsere Verwaltung massiv entlastet hat. Die Finanzierung steht, wobei wir nach wie vor bemüht sind, den Eigenanteil von 65.000 Euro durch weitere Spenden noch spürbar zu verringern."

Jürgen Kieslich bezeichnete die beabsichtigte Sanierung als grundsätzlich lobenswert, stimmte jedoch dagegen, weil seiner Meinung nach die Eigenmittel von 65.000 Euro "schwierig zu schultern" sind. Kieslich verwies ferner darauf, dass der Markt gegenwärtig auch über keinen Haushaltsplan verfüge.

Für die SPD-Fraktion sprach sich Adolf Häußinger für die Sanierung aus und bezeichnete des Töpfermuseum als ein Highlight in der Marktgemeinde. Die Optimierung der Einrichtung sei notwendig, allerdings eine Heidenarbeit, zumal viele Dinge inzwischen überholt seien. Häußinger sprach sogar von einer "Entrümpelung".

Für Erwin Schneider (FW) gehören Schloss und Töpfermuseum zusammen: "Wir stimmen dafür, dass es möglichst schnell vorwärts geht."

Mit der Betreuung und Koordination des Projekts wurde Sandra Bali beauftragt. Hans-Friedrich Hacker wird die Sanierung als Architekt betreuen. Die Kosten für diese Vergaben sind nach den Worten von Bürgermeister Hofmann Bestandteil des Gesamtkonzepts.