Thurnau lockt nicht nur zum Weihnachstöpfermarkt tausende Besucher. Es gibt das ganze Jahr über viele Touristen, nicht nur Tagestouristen, sondern auch Tagungsteilnehmer und Festgäste, die Veranstaltungen im Schloss und seinem Umfeld besuchen und da nach Übernachtungsmöglichkeiten suchen. Die sind nicht im Übermaß vorhanden, und so ist man in der Marktgemeinde froh, dass bald wieder mehr Gästebetten zur Verfügung stehen. Unter anderem im Schloss. Mit der Sanierung der Gräflich Giech'schen Anlage wurde die Zahl der Hotelzimmer von 14 auf 22 aufgestockt, wobei drei Zimmer übergangsweise für das geplante Institut Fränkische Landesgeschichte bereitgestellt werden. Übernachten kann man im Schlosshotel wohl ab Ostern.

Es lässt sich was bewegen

Auch außerhalb des Thurnauer Wahrzeichens werden Gästebetten geschaffen. Die Brüder Robert und Dieter Weiss sanieren das Appartementhaus am See. "In Thurnau tut sich was", sagt Robert Weiss, der davon überzeugt ist, dass sich in Sachen Tourismus etwas bewegen lässt. Weiss, der Betriebswirtschaft und Tourismus studiert, will mit seinem Bruder selbst einen Beitrag leisten, um das Angebot für Touristen zu erweitern.
Das Appartementhaus wird künftig "Moments" heißen. "Wir haben das Haus gekauft und sanieren es." Es werden sechs Appartements im Landhausstil geschaffen. Im Erdgeschoss wird ein kleines Café eingerichtet, das womöglich schon zur Frühjahrskirchweih eröffnet wird. "Es wird nicht groß. Im Innenbereich haben wir nur zehn bis zwölf Sitzplätze", sagt t Weiss, der mit seinem Bruder die Kasendorfer Kälte- und Klimatechnik-Firma betreibt.

Keine Konkurrenz

Man wolle anderen Gastronomen keine Konkurrenz machen. "Wer woanders was isst, kann danach bei uns einen Kaffee trinken", sagt der 37-Jährige und verweist darauf, dass es nur kleine Snacks geben wird. Es sei die traumhafte Lage am Schlossweiher, die ihn und seinen Bruder zu dem Projekt bewegt hätten. Den Betrieb des Gästehauses sieht Robert Weiß mehr als ein Hobby. "Reich werden wir nicht", erklärt der 37-Jährige, der die Leidenschaft seines Bruders teilt, alten Gemäuern neues Leben einzuhauchen.

Nicht alle sehen es so rosig

Nicht alle sehen die Entwicklung in Thurnau wie die Weiss-Brüder. "Es schaut nicht so rosig aus", sagt Renate Hagen, die mit Ehemann Hans-Jürgen das gleichnamige Gästehaus betreibt. Die Hagens hatten bis dato fünf Doppelzimmer und ein Einzelzimmer, werden künftig aber nur noch vier Doppelzimmer anbieten, auch, weil ein Doppelzimmer für die eigene Nutzung gebraucht wird. Auch die Zahl privater Anbieter werde in Thurnau von Jahr zu Jahr kleiner, sagt Renate Hagen.
15 weitere Zimmer gibt es im "Fränkischen Hof". "Bei uns übernachten Monteure, aber auch Wanderer und Radfahrer", so Christine Schneider.

Ein Hotel?

Es gibt maue Zeiten, aber auch Zeiten, in denen die Nachfrage nach Übernachtungsmöglichkeiten groß ist. Bürgermeister Martin Bernreuther (CSU) weiß, dass es schwierig ist, alle Reiseteilnehmer eines vollen Busses unterzubringen. Ob es sich für einen privaten Anbieter lohnen würde, ein kleines Hotel zu eröffnen? Eine Frage, die er nicht beantworten kann. Der Bürgermeister ist zunächst mal froh, dass sich nicht nur im Appartementhaus, sondern auch im Schloss was tut. Bernreuther sieht im übrigen große Chancen, die das Institut für Landesgeschichte mit sich bringen werde. So könnten Seminare abgehalten werden, die weitere Gäste nach Thurnau locken würden.