Sie sind in Neubauten umgezogen, haben in Thurnau aber Leerstände hinterlassen: der Lebensmittelhändler Edeka, der in der Bürgermeister-Kleinlein-Straße nur die Straßenseite gewechselt hat, und der Discounter Netto, der in der Berndorfer Straße an einen anderen Standort gezogen ist. Für beide Immobilien haben die Besitzer Nachmieter gesucht.

Ab Ende November

Beim alten Edeka-Markt gibt es jetzt eine Erfolgsmeldung. In das Gebäude (siehe Bild oben) wird wohl ein Fitnessstudio einziehen. "Fit4topbody" heißt die Firma, die schon vor Monaten in Räumen im Möbelhaus Pletl eröffnen wollte. Daraus ist nichts geworden. Nun bezieht die Kette, die zehn Klubs in ganz Bayern betreibt, die Edeka-Immobilie. Auf 1400 Quadratmetern Fläche können Sportbegeisterte dort ab Ende November trainieren, sagt Inhaber und Geschäftsführer Gerno Brecht.

Während für Edeka ein Mieter gefunden wurde, wird für das alte Netto-Gebäude in der Berndorfer Straße 18 nach wie vor eine Nachfolgenutzung gesucht. Ob es Interessenten gibt? Vom Besitzer, der Turret Lux Participation aus Frankfurt am Main, haben wir auf diese Frage keine Antwort erhalten.

Wohnbebauung?

Und es gibt noch eine weitere Gewerbe-Immobilie, die seit Jahren leer steht. Der große Gebäudekomplex in der Bürgermeister-Kleinlein-Straße, in dem einst ein Reisebüro, ein Schlecker-Markt, ein Gastronomiebetrieb und ein Bräunungsstudio untergebracht waren. Einziger verbliebener Mieter ist der Discounter Norma, der, wie Thurnaus Bürgermeister Martin Bernreuther (CSU) mitteilt, aber auch Umzugspläne hegt.

Folgt der Abriss?

Sollte Norma an einen anderen Standort in Thurnau abwandern, will der Markt die Chance am Schopf packen, die Gebäude vom Besitzer, einem ausländischen Investor, eventuell sogar selbst erwerben. Ein Abriss mit dem Ziel, dort eine Wohnbebauung zu ermöglichen, sei das Vorhaben, das der Entwicklungsausschuss ins Auge gefasst habe. Es bestehe Bedarf an Mehrfamilienwohnhäusern, sagt der Bürgermeister - gerade mit Blick auf die Beschäftigten, die durch die Neuansiedlung von Betrieben im Industriegebiet nach Thurnau kämen.

Markt hilft Privatleuten

Aber nicht nur Gewerbe-Immobilien, auch historische, leer stehende Gebäude im historischen Ortskern hat der Markt im Visier. Privatleuten werden über das kommunale Förderprogramm der Marktgemeinde finanzielle Anreize gegeben, ihre Anwesen zu sanieren (siehe hierzu auch den Kasten "Private Förderung").