Mit dem gleichen Ergebnis wurden die Listenkandidatin für den Landtag, Margit Drechsler (47) aus Kulmbach, und der Listenkandidat für den Bezirkstag, Michael Otte (43) aus Krumme Fohre, ausgestattet.
Der FDP-Direktkandidat im Wahlkreis 408 Wunsiedel/Kulmbach, Thomas Nagel, erhielt das einmütige Vertrauen der Mitglieder. Der frühere Rundfunk-Journalist ist jetzt als Studienleiter bei der Akademie für Neue Medien tätig.

Herr Nagel, zunächst herzlichen Glückwunsch zur Wahl des Direktkandidaten für beide Wahlen im kommenden Jahr. Wie sind Sie zur politischen Arbeit und zur Freien Demokratischen Partei gekommen?
Thomas Nagel: Im Jahr 2000 habe ich mich mit einigen guten Freunden, zum Beispiel Mick Knauff, gefragt, warum es in Kulmbach keine sichtbare liberale Partei gibt. Durch den damaligen FDP-Ortsvorsitzenden, Herman van der Woude kam ich zu den Kulmbacher Liberalen, zunächst aber parteilos. 2002 dachte ich mir, wenn FDP dann auch klar Farbe bekennen. Und so bin ich der Partei beigetreten.

Wie realistisch sehen Sie Ihre Chancen bei den bevorstehenden Wahlen für den Landtag und den Bezirkstag?
Beim Parteitag am 8. Dezember in Bayreuth in der Sudpfanne werde ich auf Platz 2 für die Bezirksliste zur Landtagswahl hinter MdL Thomas Hacker antreten, bei der Liste zum Bezirkstag werde ich auf Platz 1 antreten. Hier wird es sicher weitere Bewerber geben. Sollte ich diese beiden Plätze erreichen, sehe ich gute Chancen für mich.

Zu welchem Zeitpunkt nehmen Sie den Wahlkampf auf? Welches Team steht hinter Ihnen - oder sind Sie Einzelkämpfer?
Die FDP Kulmbach hat ein tolles Team und ist keine One-Man-Show, das zeigt die Kandidatur von Stephan Otte. Im FDP Ortsverband werde ich von Joachim Unruh und Klaus Pühlhorn unterstützt, im Kreisverband habe ich erstklassige Stellvertreter wie Michael Otte, Roland Klötzer und Lothar Huber. Die heiße Wahlkampf-Phase wird im späten Frühjahr 2013 beginnen, damit die liberalen Themen auch beim Kulmbacher und Wunsiedler Wähler nicht verpuffen, sondern ankommen.

Die Mittel, die der FDP zur Verfügung stehen, werden im Vergleich zu den großen Parteien CSU und SPD eher bescheiden aussehen.
Das Budget im Kreisverband ist überschaubar, der FDP-Bezirksverband ist so gut wie lange nicht ausgestattet, so dass wir einen effektiven Wahlkampf führen können. Es kommt nicht auf Givaways wie Kugelschreiber an, sondern auf die Inhalte.

Den Umfragen nach wird es Ihre Partei schwer haben, wieder in den Landtag einzuziehen. Wie will die Landes-FDP gegensteuern?
Die Wahlen in Schleswig Holstein und NRW haben gezeigt, dass noch wenige Monate vor der Wahl eine Aufholjagd stattfinden kann. Die FDP Bayern hat mit Wirtschaftsminister Martin Zeil, Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch und Fraktionsvorsitzendem Thomas Hacker drei hervorragende Landespolitiker an der Spitze. Wichtig wird sein, bei den Themen Schule, Arbeitsplätze, Technologie-Allianz Oberfranken, liberale Landesöffnungszeiten, Tourismus und ÖPNV inhaltlich erfolgreich zu sein.

Wie lautet Ihre persönliche Prognose für die Landtagswahl?
Die FDP wird bei der Landtagswahl zwischen sieben und acht Prozent schaffen, beim Bezirkstag deutlich über fünf Prozent.