Es war ein Pilotprojekt für Bayern, das die Marktgemeinde Thurnau mit dem Breitbandausbau für den Ortsteil Leesau begonnen hatte. Am Montagabend taten die Mitglieder des Gemeinderats einen weiteren Schritt auf dem Weg zum schnellen Internet in der Kommune: Sie beschlossen, den Auftrag zur Umsetzung des Anschlusses an die Deutsche Telekom AG zu vergeben. Sie war auch der einzige Anbieter.

"Das Angebot wird vom Breitbandzentrum noch auf Plausibilität geprüft", sagte Thomas Förster, der Breitband-Beauftragte für den Markt Thurnau, in der Sitzung. Der Vertrag für das als Interkommunales Projekt (IKP) Nummer 1 benannte Verfahren könnte im November unterzeichnet werden. "Ende 2015 dürfte Leesau dann über die Bühne sein", sagte Förster. Die 20 Anschlüsse können dann mit Bandbreiten bis zu 50 Mbit/Sekunde rechnen.
Was die Ausgaben angeht, so wird die Gemeinde laut Förster einen Eigenanteil von rund 7600 Euro tragen müssen. Die Kosten bezifferte er auf insgesamt 76 000 Euro, 90 Prozent davon seien förderfähig über das entsprechende Ausbauprogramm des Freistaats Bayern.

Laut Bürgermeister Martin Bernreuther (CSU) habe Bayern die Förderung für Thurnau um weitere 50 000 Euro angehoben. "Uns stehen insgesamt 960 000 Euro zur Verfügung, natürlich abzüglich der Gelder für Leesau." Der Vergabe an die Telekom stimmten die Gemeinderäte ohne Einschränkung zu.

Kooperation mit Stadt gewünscht

Ihren Willen zur Kooperation mit der Stadt Kulmbach bekundeten die Räte beim Breitbandausbau für Lanzenreuth. Der Grund: Die entsprechende Verteilerstation liegt nach Bernreuthers Worten im Stadtteil Wickenreuth. Thomas Förster erklärte, damit würde der "letzte weiße Fleck" auf der Karte getilgt. Die Einschränkung: "Wir müssen noch auf das Angebot für das Gesamtprojekt Thurnau warten und sehen, ob die Fördermittel ausreichen." Für das IKP 3 Lanzenreuth lägen, so Förster, bereits zwei Angebote von Netzbetreibern vor.

Erwin Schneider (FW-ÜWG) regte an, in den betroffenen Ortsteilen jeweils eine Infoveranstaltung für die Bürger anzuberaumen. "Sie müssen rechtzeitig wissen, dass sie ihre Verträge eigenhändig ändern müssen, wenn sie in den vollen Genuss der schnellen Datenübertragung kommen wollen."


Gemeinderat in Kürze

Asylbewerber
Bürgermeister Martin Bernreuther informierte die Gemeinderäte darüber, dass das Landratsamt Asylbewerber im ehemaligen Schneider-Haus am Färberbrunnen (Mittlerer Markt 14) unterbringen will. Die entsprechende Zuweisung soll in Kürze erfolgen.

Werbetafel
Mit 10:5 Stimmen lehnte das Gremium den Antrag von Annerose Bernhard ab, eine 3,40 mal 1,80 Meter große Werbetafel nahe der Autobahn-Ausfahrt Thurnau-Ost aufzustellen. Allerdings ist die Tafel bereits installiert. Die Entscheidung zur Genehmigung trifft letztlich das Landratsamt, laut Baurecht aber muss die Inhaberin eines Trucker-Treffs den Bauantrag bei der Gemeinde stellen. "Ich bin erschrocken, als ich das Riesending mitten in der Landschaft sah", sagte SPD/OL-Gemeinderat Dietmar Hofmann. Er und seine Fraktion lehnten die Tafel ab. Klaus Förster (FW-ÜWG) sagte, er sei zwiegespalten: "Einerseits ist Frau Bernhard darauf angewiesen, dass Lastwagenfahrer ihr Lokal finden. Andererseits ist die Tafel schon grenzwertig." Förster und Jürgen Kieslich (CSU) plädierten dafür, sich das Portfolio aller Hinweisschilder von Gewerbetreibenden einmal genauer zu betrachten und eine einheitlichen Verfahrensweise anzustreben. Bürgermeister Bernreuther will das Thema im Kreistag vorbringen.

Wiederaufbau
Bei einem Feuer wurde das Nebengebäude der Firma Tittmann Keramik zerstört. Der Gemeinderat genehmigte den Antrag von Claus Tittmann auf Wiederaufbau des Hauses sowie auf Errichtung eines Nebengebäudes mit Brennofen und Geräteraum.