Bauherr ist die im Jahr 2008 gegründete Manfred-Jarosch-Stiftung, die die Investition aus Eigenmitteln schultert. "Eine Förderung gibt es dafür nicht", so Geschäftsführer Clemens Ulbrich von der Nova Wohnbau GmbH, die als Generalunternehmer das Gebäude errichtet. In der Einrichtung können Patienten, die Zuhause gepflegt werden, tagsüber betreut werden.
Laut Ulbrich werden im Erdgeschoss auf insgesamt 240 Quadratmetern 17 Pflegeplätze eingerichtet, im Dachgeschoss zwei 3-Zimmer-Wohnungen mit jeweils 83 Quadratmetern und eine 2-Zimmer-Wohnung mit 43 Quadratmetern. Die Wohnungen seien barrierefrei, auch ein Aufzug werde installiert.
Baubeginn war im Mai. Clemens Ulbrich rechnet damit, dass das Projekt im Mai 2018 fertiggestellt werden kann. "Wir kriegen das auch vor Wintereinbruch dicht", sagt der Geschäftsführer und macht damit deutlich, dass die Arbeiten im Zeitplan liegen.
Generalmieter und Betreiber der Tagespflegeeinrichtung ist der Diakonieverein Thurnau-Hutschdorf, für dessen Pflegedienstleiterin Irmgard Hoffmann die Alte Allee Thurnau ab Mai 2018 neue Arbeitsadresse ist. "Nach 30 Jahren Stationsleitung möchte ich das noch machen", sagt die 58-Jährige mit Blick auf den letzten Abschnitt ihres Arbeitslebens. Auch in der Tagespflege wird sie das Team leiten, dessen Stärke vom Diakonischen Werk mit 3,1 Vollzeitkräften, 0,2 Verwaltungsmitarbeitern und 0,5 Hauswirtschafterinnen berechnet worden sei.
Das das Projekt realisiert werden kann, ist für Irmgard Hoffmann "eine göttliche Fügung". Nachdem der Bedarf sehr groß sei habe sie schon seit Jahren überlegt, aber keine Lösung gefunden. Bei einem Zusammentreffen mit der Stiftungsratsvorsitzenden Waltraud Jarosch, die ebenso die Notwendigkeit der Einrichtung gesehen habe, sei dann schnell die Finanzierung eines Neubaus gesichert gewesen.
Hoffmann erläutert auch die rechtliche Grundlagen, die durch das seit 1. Januar 2016 bestehenden Pflege-Neuausrichtungsgesetz gegeben sind. Demnach haben alle Pflegebedürftigen Anspruch auf Tagespflege. "Das Geld steht zur Verfügung in dem Rahmen, in dem wir aufgrund des jeweiligen Pflegegrades pflegen dürfen", so die Expertin, die auch ein Beispiel nennt: Bei Pflegegrad 2 steht seit 1. Januar dieses Jahres ein monatlicher Betrag von 689 Euro für Dienstleistungen des Diakonieverein-Teams zur Verfügung. Irmgard Hoffmann: "Dies konnten die Thurnauer aber bislang nicht in Anspruch nehmen, weil es keine Tagespflegeeinrichtung gab."
Damit ist es dann ab Mai nächsten Jahres vorbei. Hoffmann ist überzeugt, dass die Einrichtung in einem Jahr ausgelastet sein wird: "Es vergeht fast kein Tag, an dem nicht Leute anrufen und fragen, wann wir fertig sind."