Der "RugenDorfladen" ist in Rugendorf gescheitert. Am heutigen Montag entscheidet der Gemeinderat in seiner Sitzung darüber, ob aus dem Dorfladen eine Tagespflegeeinrichtung werden kann.

Leute haben nicht mitgemacht

Ein einzelnes Auto steht vor dem "RugenDorfladen": um Geld abzuheben, denn einkaufen kann man schon lange nicht mehr. Das Geschäft ist geschlossen, die Genossenschaft befindet sich in der Insolvenzabwicklung. "Er ist einfach nicht angenommen worden", sagt Elisabeth Schmidt-Hofmann. "Ich selbst habe alles dort eingekauft. Aber es ist nicht gelungen, den Leuten zu vermitteln, dass es sich beim ,RugenDorfladen' nicht um einen Supermarkt handelt", so die Gemeinderätin. Das Sortiment sei kleiner gewesen. "Man hat eben nicht fünf Sorten Bohnen zur Auswahl gehabt, aber man hat alles bekommen."

Persönlich tut es Elisabeth Schmidt-Hofmann leid, dass die gute Idee gescheitert ist. "Der Laden war toll gemacht. Es gab einen Treffpunkt für die Leute, die auch mal zusammensitzen wollten, die einen Kaffee trinken wollten", teilt sie mit.

Die Regale sind abgebaut

Die Stühle stehen noch im Laden. Die Regale, die einst mit Waren prall gefüllt waren, sind schon abgebaut und liegen in Stapeln im Laden umher. Das Lottoschild ist abgehängt. Lotto, Zeitschriften, heimische Produkte - auch diese Anreize hatten nichts genützt.

Jetzt muss der Gemeinderat über eine Umnutzung entscheiden. Möglicherweise könnte der Dorfladen zu einer Tagespflegeeinrichtung werden. Seniorenbetreuung statt Einkaufserlebnis - heute entscheiden darüber die Räte.

Bürgermeister nicht zu erreichen

Doch warum ist das Projekt gescheitert? Bürgermeister Ralf Holzmann war für ein Statement nicht zu erreichen. Matthias Rödel, der Vorsitzende der Genossenschaft, macht - wie auch die Gemeinderätin - die Rugendorfer selbst verantwortlich. "Eigentlich hat alles gut angefangen. Aber der Laden wurde nicht angenommen. Die Ansprüche der Leute waren zu hoch. Letztlich hat die Bevölkerung entschieden", betont Rödel und führt an: "Wir hätten mit einer Schließung nicht länger warten können, denn wenn es nicht geht, dann geht es auch darum, die Kosten nicht ins Unermessliche steigen zu lassen." Derzeit läuft das Insolvenzverfahren. Was mit den Einlagen wird, wie lange das Verfahren noch dauert - dazu kann der Vorsitzende nichts sagen.

War es der falsche Standort?

Dass der Standort falsch war, glaubt Rödel nicht. "Direkt in der Ortsmitte hat es keine Möglichkeit gegeben. Aber der Laden war in Wohnortnähe." Außerdem sei das Ärztehaus in unmittelbarer Nähe. Parkplätze gebe es ausreichend. "Der Bedarf und der Wunsch waren da, aber letztlich haben die Leute woanders eingekauft."

"Umsatz hat nicht gereicht"

Als die Zahlen immer schlechter wurden, hat Fritz Dumler sein Glück mit einem Laden probiert. "Was gefehlt hat, das war die Durchgangskundschaft", sagt er. " Der Umsatz allein aus Rugendorf hat einfach nicht gereicht." Dumler hatte vorher neben der Schule in Rugendorf einen kleinen Laden. "Aber das war eine andere Zeit. Wir hatten auch ein ganz anderes Sortiment: eigentlich nur Backwaren." Hinzu komme, dass in dem alten Laden eine Angestellte ausgereicht habe, im "RugenDorfladen " mehrere Verkäuferinnen vonnöten waren. "Die monatlichen Grundkosten waren einfach zu hoch. Außerdem fehlte die Zufahrt von der Hauptstraße."

Dabei hätte ein Dorfladen funktionieren, können, glaubt der Kupferberger. "In Kupferberg haben wir auch einen Laden. Doch wenn wir dort früh schon 300 Euro verdient haben, weil die Leute anhalten, war da in Rugendorf noch nichts." Dumler war von September 2017 bis April 2018 in Rugendorf. "Ich bin ein Geschäftsmann. Ich wollte es probieren, aber es ging einfach nicht."

Pflegedienst hat Interesse

Was aus dem "RugenDorfladen" wird? Die Rugendorfer sind gespannt, was die Gemeinderäte entscheiden, ob das Gebäude nun einer anderen Nutzung zugeführt wird. Der Radspitz-Pflegedienst hat Interesse an einer Tagespflegeeinrichtung.