Ein Mann, der die Geschicke Stadtsteinachs in der jüngeren Vergangenheit maßgeblich mitbestimmt hat, feierte am Montag seinen 80. Geburtstag: Georg Hempfling.

"Fahrrad-Hempfling" oder "der Staanicher"

Der Mann, der nach wie vor seine Zweirad-Werkstatt betreibt und den man in Stadtsteinach als "Fahrrad-Hempfling" kennt, ist gelernter Kfz-Meister. Bei VW Dippold in Kulmbach leitete er viele Jahre die Werkstatt und hieß dort "der Staanicher".

In der Freizeit engagierte sich Hempfling in der katholischen Kirche, der Kolpingsfamilie, der Schützengesellschaft und beim Frankenwaldverein. Vor allem aber interessierte er sich für die Kommunalpolitik. 18 Jahre war er Stadtrat - von 1984 bis 2002.

Nicht von der Bildfläche verschwunden

"Dass wir heute so dastehen, dass wir nach der Gebietsreform nicht von der Bildfläche verschunden sind, ist mit Dein Verdienst", meinte Bürgermeister Roland Wolfrum (SPD) bei der Feier im Gasthaus Frankenwald, Unterzaubach. Deswegen werde er, Wolfrum, auch weiter dafür kämpfen, dass Stadtsteinach Mittelzentrum wird.

Landrat Klaus Peter Söllner (Freie Wähler) betonte, dass seine politische Karriere ganz eng mit dem Namen Hempfling verbunden sei. "Der Georg" habe maßgeblich die Weichen gestellt, dass er, Söllner, 1990 Bürgermeister geworden sei. Ende der achtziger Jahre bis 1996, als er zum Landrat gewählt wurde, sei Hempfling sein engster Berater gewesen. "Es war eine unglaublich intensive gemeinsame Zeit", sagte Söllner. Als Bürgermeister habe er mit dem Chef der FBL-Fraktion (Freie Bürger-Liste) eng und vertrauensvoll zusammengearbeitet. "Du warst mein Staatssekretär."

Politik in der Fahrradwerkstatt

Viele Entscheidungen in Stadtsteinach sind nach den Worten des Landrats damals in Hempflings Fahrradwerkstatt vorbesprochen worden. Am Samstagnachmittag habe man sich regelmäßig dort getroffen. "Es lief ,Heute im Stadion' im Radio, und nebenbei wurde Politik gemacht."

Stadthalle, Radweg nach Untersteinach oder Umgehungsstraße - viele Projekte, so Söllner, trügen Hempflings Handschrift. "Der Georg" habe sich besonders bei Grundstücksangelegenheiten hervorgetan: "Er kannte sich überall aus und hatte schon Netzwerke, als es den Betriff noch gar nicht gab." Fazit des Landrats: "Wir haben Dir viel zu verdanken."

"Es gab viel zu tun"

"Es gab viel zu tun, und man hat viel gemacht", sagte Hempfling bescheiden und freute sich, dass er seinen 80. Geburtstag so gesund und munter erleben könne. Er dankte seinen Ärzten und seiner Familie, "die allen Ärger von mir fernhält".