Sie hatten schon vorher einen Beruf und haben als Einzelhandelskaufmann bei Obi gearbeitet. Wie kamen Sie zum Priesterberuf?
Norbert Förster: Ich habe mich nach dem Sinn des Lebens gefragt. Durch meine christliche Erziehung kam ich mit Gott und mit seinen Sohn Jesus Christus in Kontakt und so habe ich schon als Kind und später als Jugendlicher in der Pfarrei Aufgaben übernommen, die mich immer näher zu Gott brachten. Und so kam ich darauf, Priester zu werden. Ich denke, mein Entschluss war richtig.

Haben Sie nie überlegt, zu heiraten und eine Familie zu gründen?
Doch natürlich, habe ich schon.

Sie waren jetzt zwei Jahre in Stadtsteinach. Wie war die Zeit - was hat Ihnen am besten gefallen?
Die schönsten Momente im Leben sind die, bei denen man lächeln muss, wenn man sich zurückerinnert. Erinnerungen, die unser Herz berühren, gehen niemals verloren. Eigentlich ist es kaum zu glauben, doch meine Zeit in Stadtsteinach ist zu Ende.
Mein Weg geht zurück ins Priesterseminar und nach Vierzehnheiligen, um mich dort auf die Priesterweihe vorzubereiten. Vieles durfte ich den knapp zwei Jahren erleben. Viele Hände durfte ich schütteln, große und kleine, alte und junge zu freudigen und traurigen Ereignissen. Ich denke an die gemeinsamen Liturgien, ich denke an die Jugend- und Ministrantenarbeit, an die vielen kleinen und großen Feiern. Ich denke an den Schulunterricht in der dritten Klasse - zur Erstkommunionvorbereitung - oder in der siebten und achten Klasse, an die vielen Freundschaften, die ich in dieser Zeit schließen durfte und die ich auch weiterhin pflegen möchte.Immer wieder werde ich mit einem Lächeln an unsere gemeinsame Zeit, die uns der Herrgott miteinander geschenkt hat, zurückdenken. Natürlich gab es nicht nur Erfreuliches, aber ich denke auch das gehört einfach zu einer Ausbildung dazu. Für all die Zeit danke ich von Herzen mit den Worten: Vergelt´s Gott.

Wie läuft die letzte Woche vor der Weihe ab?
Ich bin in Schweigeexerzitien in Vierzehnheiligen.

Was bedeutet das konkret?
Schweigen, hören und beten.

So eine Priesterweihe ist ein großer Schritt. Welche Gefühle herrschen vor - Freude, Aufregung, ein bisschen Bammel?
Von allem ein wenig. Das ist ganz unterschiedlich.

Welchen Weihespruch haben Sie sich ausgesucht?
Herr, du weißt alles, du weißt, dass ich dich lieb habe - der ist aus Johannes 21, 17.

Was wir Ihr besonderes Anliegen in Zukunft sein?
Die Menschen, insbesondere die Jugend und junge Familien, wieder neu für den Glauben zu gewinnen. Ich möchte ihnen zeigen, dass unser Gott ein lebendiger und liebender Gott ist.

Was hat Ihnen als Diakon am meisten Freude gemacht - und wie wird das in Zukunft?
Segnen, taufen, ja und selbst das Beerdigen haben mir Freude gemacht. Denn ich konnte immer bei den Menschen sein.

Wo werden Sie als Kaplan tätig sein und wie lange?
Zunächst bekomme ich eine Stelle für zwei Jahre. Wo, das erfahre ich erst nach der Weiheliturgie im Dom.

Wie feiern Sie den Weihetag - und wieviele Stadtsteinacher haben sich schon angesagt? Und wer wird noch dabei sein?
Wie viele Stadtsteinacher kommen werden, kann ich nicht sagen. Ich kann aber sagen, dass ich viele Freundschaften in Stadtsteinach geschlossen habe, und diese Freunde werden sicher dabei sein. Ebenso die Ministranten und meine Schulkinder aus der dritten Klasse. Natürlich werden auch meine Eltern, meine Schwester, meine Patenkinder und viele Büchenbacher kommen. Ich weiß, dass drei Busse mit früheren Arbeitskollegen und alle meine Verwandten und Freunde kommen werden.

Was sagen die Eltern dazu?
Die freuen sich mit mir.

Wie geht es nach der Weihe weiter und wo?
Im August habe ich Urlaubsvertretungen, im Juli Nachprimizen im ganzen Erzbistum. Am Samstag, 13.Juli, um 19 Uhr bin ich in der Pfarrkirche St. Michael in Stadtsteinach und am Sonntag , 14. Juli, um 8.30 in Untersteinach, um 14.45 in Marienweiher (Dekanatsgottesdienst mit Dekan und Ausbildungspfarrer Hans Roppelt) und um 19 Uhr in Kulmbach St. Hedwig.