Gebacken werden die Brote von Günter Kodisch. "Ich mache 300 Gramm-Mischbrote mit 60 Prozent Roggenanteil und 40 Prozent Weizen", sagt der Stadtsteinacher Bäcker und holt auch gleich ein solches Test-Brot aus dem Ofen.


Weg wie warme Semmeln


"Wir hoffen, dass wir in diesem Jahr 75 oder sogar 80 Brote in Stadtsteinach für zwei Euro verkaufen können und dass die Aktion ankommt", sagt Ursula Pfreundner. Schon im vergangenen Jahr hatten die Mitglieder des Katholischen Frauenbundes die Idee in die Tat umgesetzt - mit erstaunlichem Erfolg.

Obwohl sie den Brotverkauf damals nicht angekündigt hatten, gingen 60 Brote weg wie die sprichwörtlichen warme Semmeln.

"Wir haben dann auch noch das Fastenessen durchgeführt und insgesamt 450 Euro zusammen bekommen", ziehen Ursula Pfreundner und Ingrid Hempfling Bilanz. Jetzt hoffen die beiden rührigen Frauen, dass sie dieses Ergebnis toppen können.


Einst eine Gratis-Zugabe


Günter Kodisch hat sich gerne wieder bereit erklärt, die Brote zu backen. "Die 300 Gramm schweren Brote habe ich entwickelt, als die Straße vor meinem Geschäft wegen der Sanierung gesperrt war und die Leute, die zu mir kommen wollten, über die Baustelle balancieren mussten", erzählt er. Die treue Kundschaft, die die Beschwerlichkeiten auf sich nahm, habe sie als Gratis-Zugabe erhalten.

Genau genommen seien die 300-Gramm-Laibe im Sinne des Lebensmittelrechtes gar keine Brote. Denn die Bezeichnung ist erst ab 500 Gramm erlaubt.

Dass der Bäcker ein ungewürztes Roggen-Mischbrot anbietet, hat seinen Grund. Denn Gewürze im Brot sind nicht jedermanns Sache - und mit der Soli-Aktion soll ja der Geschmack möglichst vieler Menschen getroffen werden.

Aktuell stecken die Frauen des Katholischen Frauenbunds mitten in den Vorbereitungen. Bei Misereor wurden eigene Bäckertüten bestellt, die die Aktion "Solibrot - schmeckt gut und tut gut!" erklären.

"Es ist für die Armen in der Welt und soll einen kleinen Beitrag dazu leisten, die Not zu lindern", erklärt Ursula Pfreundner. Die Stadtsteinacher hatten sich im vergangenen Jahr zum ersten Mal beteiligt - inzwischen hat der Katholische Deutsche Frauenbund angeregt, die Aktion gemeinsam mit Misereor möglichst bundesweit auszudehnen.


Fastenessen am 29. März


"Wir werden am 29. März wieder unser traditionelles Fastenessen mit Kartoffeln und Quark im Pfarrheim durchführen und werden das Geld, das wir dabei einnehmen, für die Aktion Solibrot zur Verfügung stellen", kündigen Ursula Pfreundner und Ingrid Hempfling an.