Diese Liste solle bei jeder Stadtratssitzung vorgetragen werden. So könne vermieden werden, dass Beschlüsse und längerfristige Vorhaben in Vergessenheit geraten, erklärte Werner Stapf (UKW).

"Mir erscheint es nicht erforderlich, einfache laufende Angelegenheiten wie beispielsweise die Übersendung der städtischen Stellungnahme in Bauangelegenheiten an das Landratsamt, in einer Liste zu überwachen. Solche Arbeiten werden im Regelfall sofort am nächsten Tag nach einer Sitzung von der Verwaltung erledigt. "Nach deren Kenntnis gab es seit 1978 keine einzige längere Verzögerung", betonte Hösch.

Beispiel Radweg

"Ich hatte in der Vergangenheit das Gefühl, dass man von manchen Sachen nichts mehr gehört hat", konstatierte indes Werner Stapf und führte als Beispiel den Radweg Richtung Kulmbach an. "Da gibt es einen zentimeterdicken Akt", erwiderte Hösch und wollte eine Untätigkeit seines Vorgängers nicht im Raum stehen lassen. Das Vorhaben habe sich eben nicht realisieren lassen.

"Es kann doch jeder nachfragen, wenn er möchte", sagte Andreas Kaspar (CSU). Als Jurist wandte er ein, dass es nicht so einfach sei, alle Beschlüsse auf eine Liste zu schreiben. Verwaltungsleiter Martin Betz führte aus, dass die Realisierung der gefassten Beschlüsse reibungslos funktioniert. Es gebe eine Niederschrift, die an die Sachbearbeiter weitergeleitet werde. Schreiben würden natürlich auf Wiedervorlage gelegt.

"Es geht um spontane Ideen"

"Es geht doch nicht um die normalen Verwaltungssachen, sondern um spontane Ideen, die sonst in Vergessenheit geraten. Ich glaube nicht, dass der Aufwand so groß ist", brach auch Silvia Turbanisch (SPD) eine Lanze für die Liste. "Es soll einfach eine Erinnerungsliste sein", so Anke Emminger (UKW).
Bürgermeister Hösch schlug vor, nach jeder Sitzung unter "Bekanntgaben und Anfragen" über offene Punkte aus vorangegangenen Sitzungen zu berichten. Schließlich kam es zur Abstimmung. "Der Stadtrat nimmt den Antrag der UKW-Stadtratsfraktion zur Kenntnis. Es wird beschlossen, dass es keine Liste gibt", formulierte Hösch.

Die sechs CSU-Räte samt Hösch stimmten dafür, die sieben SPD und UKW-Räte allerdings stimmten dagegen und beharrten auf die Einführung einer Liste. "Ich schreibe nichts auf die Liste", wiederholte Hösch.
"Wir wollen keinen Zwang. Das geht so nicht", wandte Harald Michel (UKW) ein. "Warum sehen wir nicht erst ein Jahr lang, ob die Beschlüsse umgesetzt werden, und entscheiden wieder, wenn es nicht funktioniert", machte Doris Manz (CSU) einen Vorschlag zur Güte.

Verwaltungsleiter Martin Betz erklärte, dass er in der Verwaltungsgemeinschaft keinen Stadt- und Gemeinderat kenne, wo der Bürgermeister eine solche Liste führe. Alfred Kolenda (UKW) wies darauf hin, dass es eine To-do-Liste in Trebgast und Neuenmarkt gebe.

Schließlich einigte man sich gütlich, dass die Entscheidung über die Einführung einer Liste aufgeschoben wird.

Mehr Erfolg war dem Antrag der UKW auf Einführung eines Demographie-Beauftragten beschieden. Bernd Stocker wird diese Aufgabe ehrenamtlich wahrnehmen. Stellvertreter sind Alexander Roth, Anke Emminger und ein CSU-Mitglied, das noch benannt wird. Beim ersten Treffen sollen auch Bürgermeister Hans Joachim Hösch und die Fraktionsvorsitzenden zugegen sein. Werner Stapf betonte, dass alle Entscheidungen unter dem Blickwinkel der demographischen Entwicklung betrachtet werden sollten. In erster Linie geht es um eine Ist-Analyse.