Die Nachfrage nach Betreuungsangeboten für Kinder steigt. Von 2008 bis 2018 hat sich die Zahl der Buben und Mädchen, die in den Einrichtungen im Stadtgebiet umsorgt werden, um 157 auf 1081 erhöht.

Uni und "Grünes Zentrum"

Und der Bedarf dürfte noch größer werden, vor allem mit Blick darauf, dass Kulmbach ein "Grünes Zentrum" bekommt und Uni-Standort wird. Eine Entwicklung, die die Stadt im Blick hat. Sie wünscht sich eine neue Kindertagesstätte, über die bereits in einer nicht öffentlichen Sitzung des Stadtrats beraten worden ist. Das Gremium hat da OB Henry Schramm (CSU) beauftragt, die Planungen zu konkretisieren.

Steigende Zahlen

"Wir wollen sicherstellen, dass es für junge Eltern genügend Betreuungsangebote gibt", sagt Schramm, der darauf verweist, dass die Geburtenzahlen ohnehin steigen und Kulmbach zuletzt auch wieder ein leichtes Einwohnerplus verzeichnet hat. Die Zahl der Einwohner, die Ende 2014 bei 26 479 lag, betrug am 17. September 26 592.

Im Blick müsse man die Uni und die weitere Entwicklung auf dem Spinnereigelände haben, erklärt Schramm. "Da kommen nicht nur 1000 Studenten, sondern auch 400 Mitarbeiter. Auch durch die Beschäftigten im ,Grünen Zentrum' werden wir viele Neubürger bekommen", so der OB, der zuversichtlich ist, dass sich so mancher in Kulmbach niederlassen und eine Familie gründen wird. "Wir müssen darauf vorbereitet sein. Wir wollen den Eltern ein Sorglospaket bieten und dafür jetzt die Rahmenbedingungen schaffen."

Standort Am Kreuzstein?

Wo die Kindertagesstätte gebaut werden könnte? Die Stadt hat das eigene, rund 5000 Quadratmeter große Areal im Visier, das zwischen dem Beruflichen Schulzentrum und der Straße Am Kreuzstein liegt. Dort befinden sich derzeit ein Kinderspiel- und ein Bolzplatz. Schramm: "Die Lage ist ideal. Die Kindertagesstätte wäre dort nicht weit vom Unigelände und dem Spinnereiareal entfernt, und das Gelände könnte sicherlich auch verkehrstechnisch gut erschlossen werden."

Bauen wird die Stadt die Tagesstätte aber nicht selbst. Sie würde das Grundstück zur Verfügung stellen, einen Zuschuss zahlen und sich dafür einsetzen, dass dem Bauherren die höchstmögliche staatliche Förderung gewährt wird. Bauherr und zugleich Träger sollte ein Wohlfahrtsverband sein. "Wir sind derzeit auf der Suche nach einem Partner und führen Gespräche", erklärt der Oberbürgermeister.

Der Kindergarten Goethestraße

Schramm kann sich vorstellen, dass der Johann-Eck-Kindergarten in der Goethestraße, in dem Sanierungsbedarf besteht, in den Neubau integriert wird. Der wird von der Kita betrieben. Wie Geschäftsführer Karl-Heinz Kuch mitteilt, gibt es für die Kita derzeit verschiedene Optionen.

Baubeginn für die neue Kindertagesstätte sollte, so wünscht es sich die Stadt, möglichst schon 2020 sein. In den Planungen der Verwaltung ist eine Tagesstätte mit sechs Gruppen angedacht, die aus vier Krippen- und zwei Kindergartengruppen bestehen und Platz für ungefähr 110 Buben und Mädchen bieten könnte. "Das würde die Situation für die nächsten Jahre erheblich entspannen", so Schramm.