Der Name bleibt Programm bei den N.H. Young Volleys. So hat sich die Volleyball-Spielgemeinschaft aus TSV Neudrossenfeld und SCG Hollfeld nicht nur die Talentförderung auf die Fahnen geschrieben, sondern gibt auch immer wieder jungen Trainern eine Chance. Ab der neuen Saison wird der erst 26-jährige Hannes Willmer die Damen-Mannschaft der Young Volleys trainieren. Wenn er die Tradition seiner ebenfalls jungen Vorgänger Milan Dörnhöfer und Marc d'Andrea fortsetzt, dann scheint wieder mal ein Aufstieg programmiert.

"Wir haben mit jungen Trainern gute Erfahrungen gemacht", sagt Carsten Böhm, Vorsitzender der Young Volleys. Vom neuen Coach ist er absolut überzeugt: "Hannes Willmer ist ehrgeizig, akribisch und will was erreichen."

Jüngster Trainer wird aber für alle Zeiten Milan Dörnhöfer bleiben. Er übernahm 2010 mit gerade mal 18 Jahren das Traineramt bei den Damen und verabschiedete sich 2013 nach zwei Aufstiegen in Folge von der Bezirksliga in die Bayernliga aus Neudrossenfeld. Inzwischen ist Dörnhöfer weiter auf der Trainer-Karriereleiter nach oben geklettert. In der vergangenen Saison war er Spielertrainer der Regionalliga-Herren des BSV 98 Bayreuth, nun trainiert er die Drittliga-Damen des TV Altdorf.

D'Andrea war ein Glücksgriff

2015 gelang den Young Volleys wieder ein absoluter Glücksgriff, als sie den damals 27-jährigen Sportstudenten Marc d'Andrea für das Traineramt gewinnen konnten. Er war zuvor Co-Trainer bei einer Kölner Mannschaft in der 2. Damen-Bundesliga und brachte neben den neuesten Trainingsmethoden auch viel Enthusiasmus und Engagement mit.

Schon in seiner ersten Saison führte Marc d'Andrea die Young Volleys erstmals in die Regionalliga, die vierthöchste deutsche Spielklasse. Große Verletzungsprobleme waren die Hauptursache, dass die Spielgemeinschaft aus Neudrossenfeld/Hollfeld im Frühjahr nach drei Jahren in die Bayernliga zurück musste. Trotz des Abstieges hätte der Verein Marc d'Andrea gerne gehalten. Doch weil der gebürtige Rheinländer sein Master-Studium der Sportökonomie abgeschlossen hat und Bayreuth verlässt, gab er auch sein Traineramt bei den Young Volleys auf. D'Andrea wird künftig für den Erstligisten Navaro Straubing im Marketing sowie als Co-Trainer von Benedikt Frank tätig sein.

Der Erfolgs-Coach half dem Verein aber noch bei der Suche nach dem eigenen Nachfolger. Fündig wurde Marc d'Andrea an seiner Universität. Hannes Willmer lernte er allerdings bei der Volleyball-Oberfrankenauswahl kennen. Der 26-jährige stammt aus Ingersheim bei Ludwigsburg, spielt selbst "seit klein auf" Volleyball und absolviert noch ein Jahr ein Master-Studium für internationale Wirtschaft. Seit 2017 ist Willmer Spielertrainer der 2. Herren-Mannschaft des BSV 98 Bayreuth und wurde mit ihr 2018 Meister der Landesliga. Gerade macht der Baden-Württemberger den B-Trainer-Schein. Der berechtigt, Mannschaften bis zur 3. Liga zu trainieren. "Durch den Trainerlehrgang bin ich am Puls der Zeit, bekomme die neuesten Tendenzen im Volleyball mit", sagt Willmer, der auch weiterhin beim BSV spielen will, wenn es die Zeit zulässt.

Nach einer Bedenkzeit hat er schließlich bei den Young Volleys zugesagt: "Ich war eigentlich als Herrentrainer ganz glücklich, habe mich dann aber langsam mit dem Gedanken angefreundet, eine Damenmannschaft zu trainieren", sagt Hannes Willmer. Zunächst hospitierte er beim Training von Marc d'Andrea, nun unterstützt er ihn bei der Sommer-Vorbereitung, die der scheidende Coach noch bis August mit den Damen absolviert. "Ich kann jetzt die Mannschaft kennenlernen und von Marc noch etwas lernen", sagt der künftige Trainer, der sich auf "gut ausgebildete, hochmotivierte Spielerinnen" freut.

Der 26-Jährige hofft ebenso wie Carsten Böhm, dass das Team eine gute Rolle in der Bayernliga Nord spielen wird. Ein Gutes hat der Abstieg auch, glaubt Willmer: "In der Bayernliga kann man junge Spielerinnen leichter integrieren."

Start in Hammelburg

Die Young Volleys starten am ersten Oktober-Wochenende beim Mitabsteiger in Hammelburg in die neue Saison. "Wir wollen unter den elf Mannschaften der Bayernliga schon vorne mitspielen", sagt Carsten Böhm. Nicht mehr dabei sind Antonia Reith, Isabel Braun und Lucie Reichert, die nach abgeschlossenem Studium Bayreuth verlassen haben. "Der Rest der Mannschaft bleibt Stand heute zusammen", sagt Böhm, der zudem Leonie Stöcker nach ihrem USA-Aufenthalt in der Mannschaft zurückerwartet.