Neudrossenfelds Trainer Detlef Hugel hatte seine Mannschaft nach der 1:2-Niederlage gegen den Würzburger FV, als er schonungslos offen von einer "nicht bayernligatauglichen Leistung" sprach, auf gleich vier Positionen verändert. Für Zapf, Partyka, Lämmert und Perparim Gashi spielten Tonka, Rau, König und erstmals Neuzugang Papi Henriques, zweifacher Nationalspieler Angolas. "Es standen heute einige andere Spieler auf dem Platz, ich habe etwas umgebaut", sagte Hugel.

Auf des Messer Schneide

Bis zum Schlusspfiff stand der knappe Sieg auf des Messers Schneide, denn die besseren Chancen boten sich den Unterfranken. Auf Grund des unermüdlichen Einsatzes und Kampfeswillen hat sich der TSV die drei Punkte aber verdient.

Das sah auch Coach Detlef Hugel so. "Wichtig war heute die Null hinten, das erste Mal in der Saison. Und für ein Tor sind wir immer gut". Seine Elf habe defensiv vorbildlich gearbeitet und geduldig gewartet bis zum entscheidenden Treffer. Sie habe an sich geglaubt und endlich mal wieder Selbstvertrauen gezeigt.

Es hätte aber auch anders kommen können. Die erste Schrecksekunde mussten die Neudrossenfelder bereits in der 11. Minute überstehen. Traut kam frei zum Schuss, Küfner rettete reflexartig und verhinderte eine frühe Gästeführung. Auch Fachaux (31.) vergab unbehindert kläglich aus naher Distanz.

Im Gegenzug die beste Neudrossenfelder Gelegenheit, als sich der starke Meyer fein durchspielte und die gegnerische Abwehr erst im letzten Moment abblockte.

Nach der Pause dann ein Schussversuch von Tonka, viel mehr war für den TSV nicht drin. Man blieb aber bemüht, der Begegnung noch eine Wende zu geben. Es kamen nun schönere Spielzüge zustanden, im Abschluss war man jedoch zu wenig entschlossen.

Auch war die sattelfeste Gästeabwehr mit bisher nur 15 Gegentreffern nur schwer zu überwinden - bis sich der pfeilschnelle Meyer ein Herz nahm und einen schönen Pass von Tonka am wenig beschäftigten Gästekeeper überlegt vorbeischlenzte.

Der SV besaß in Hälfte 2 nur noch durch Mehmann eine hochkarätige Möglichkeit, sein Schuss verfehlte das Ziel knapp.

Das Match gewann nach schwachem Neudrossenfelder Beginn an Fahrt und Niveau. Vor allem nach dem Pausenpfiff begegneten sich beide Mannschaften auf Augenhöhe. Endlich traute sich der Neuling mehr zu, wurde ballsicherer und startete einige vielversprechende Angriffe. Turm in der Schlacht war der überragende Taubenreuther, Pajonk zeigte seine beste Saisonleistung. Auch König fiel positiv auf. Vorne war Meyer nur schwer zu bremsen.

Erlenbach hatte Vorteile in Schnelligkeit und Technik, besaß in Kapitän Galm, Trippel und Fachaux gute Kräfte.
Mit etwas Glück hätte der SV einen Punkt entführen können. Trainer Jürgen Baier brachte erst mal eine Zigarette, um sich zu beruhigen. Der Ex-Profi (Fortuna Köln, Hannover 96) und Vater von Daniel Baier (FC Augsburg) meinte dann lapidar: "Wenn man die Dinger nicht reinmacht und der Gegner seine Chance nutzt, geht es schief". Am Spiel seiner Leute habe er aber sonst nichts auszusetzen, "sie versuchten alles".


TSV Neudrossenfeld -
SV Erlenbach 1:0 (0:0)
TSV Neudrossenfeld: Küfner - Hahn, Jahrsdörfer (93. Lattermann), Taubenreuther, Tonka, König, Meyer, Pajonk, Henriques (78. Laemmert), Rau (46. Hofmann), Widmaier.
SV Erlenbach: Patsiouras - Krug (90. Ott), Galm, Heinrich, Fachaux, Eren, Mehmann, Kalweit, Breunig, Traut (85. Strugarov), Trippel.

Tor: 1:0 Meyer (81.). - Schiedsrichter: Hanslbauer (Stein). - Zuschauer: 160.