Länderspielpause in der Bundesliga, Fußballfest in Weismain - daraus wird nun nichts: Das am morgigen Mittwoch geplante Freundschaftsspiel zwischen dem 1. FC Nürnberg und der SpVgg Bayreuth wird wegen Unbespielbarkeit des Platzes verschoben.

"Ein neuer Termin steht noch nicht endgültig fest, von FCN-Seite ist aber bestätigt, dass dieser auf jeden Fall im ersten Halbjahr 2013 liegen wird", so die SpVgg Bayreuth. Der neue Termin werde rechtzeitig bekanntgegeben. Im Vorverkauf erworbenen Karten behalten ihre Gültigkeit.

Es sieht also so, dass das Club-Gastspiel noch stattfinden wird. Dagegen dürften sich Alois Dechants hochfliegende Pläne von einer SpVgg Oberfranken Bayreuth und einer Fusion von SpVgg Bayreuth, TSV Neudrossenfeld und SCW Obermain wohl nicht realisieren lassen. Aufsichtsratsvorsitzender Mathias Fleischmann von der Altstadt sieht sich jedenfalls zu einer Klarstellung veranlasst und widerspricht dem Weismainer Bauunternehmer: "Es wird keine Vereinsfusion geben."

Spielbetriebs-GmbH wird gegründet

"Tatsache ist, dass die Verantwortlichen der SpVgg Bayreuth die erste Fußballmannschaft zu Beginn der Saison 2013/14 in eine Spielbetriebs-GmbH umwandeln wollen", so Fleischmann. Es gehe darum, die Wirtschaftlichkeit des Vereins zu sichern und die Kosten für die Mannschaft auf ein breiteres Fundament zu stellen, um das Team auch sportlich weiterentwickeln zu können.

Die Vereinsführung der SpVgg will laut Fleischmann Sponsoren aus dem gesamten oberfränkischen Raum für das Projekt gewinnen. Der Weismainer Bauunternehmer Alois Dechant habe gemeinsam mit dem gebürtigen Frohnlacher Franz Stegner, zugesagt, "dass er in dieser Konstellation ein großes Netzwerk von Sponsoren organisiert". Als konkrete Gegenleistung des Vereins sei angedacht, den Zusatz "Oberfranken" im Vereinsnamen unterzubringen und einige Heimspiele im Waldstadion Weismain unter Flutlicht auszutragen. "Die treuen Altstadt-Anhänger sind bereit, ihre alte Liebe ab und zu auch in Weismain zu unterstützen."

An einen neuen Verein denken Fleischmann und die anderen Macher der SpVgg dabei überhaupt nicht: "Es wird keine Vereinsfusion geben. Der Verein bleibt Verein, sonst hätten wir den ganzen Aufwand mit der Abwendung der Insolvenz nicht zu betreiben brauchen. Wir haben weder jemals fusioniert, noch heben wir alle paar Jahre einen neuen Verein aus der Taufe und lassen die Gläubiger des Altvereins im Regen stehen."

Mit der Spielvereinigung als Basis soll ein "tragfähiger oberfränkischer Verein" entstehen, der Fleischmann zufolge "auch mal wieder ans Tor zum Profifußball klopfen kann". Zwar habe die SpVgg "kein richtig zeitgemäßes Fußballstadion", aber man werde grundsätzlich am Spielort Bayreuth festhalten.

Training in Neudrossenfeld?

Die Rahmenbedingungen in Bayreuth insgesamt nennt Fleischmann "nicht optimal" und übt Kritik an der Stadt Bayreuth. Nach seinen Worten wollte der Verein den Hartplatz beim Vereinsheim langfristig mieten, um ihn auf eigene Kosten zu einem Kunstrasenplatz umzubauen. Doch die Stadtverwaltung habe statt einer symbolischen Pacht - wie bei Sportvereinen üblich - auf Gewerbekonditionen bestanden. Daher auch der Gedanke einer Zusammenarbeit mit dem TSV Neudrossenfeld: "Es gibt Überlegungen, die guten Plätze des TSV für unseren Trainingsbetrieb zu nutzen. Wir loten derzeit aus, ob Synergien möglich sind", meint Fleischmann.

"Viel Lärm um Pläne, die eigentlich für alle Beteiligten nur Sinn machen und ganz und gar nicht für unsinnigen und unproduktiven Aufruhr sorgen sollten", betont der Aufsichtsratschef der Altstadt.