"Klassenerhalt" lautete die Zielvorgabe der N.H. Young Volleys zu Beginn der nun beendeten Regionalliga-Saison - und das haben sie mit Bravour geschafft. Platz 5 ist ein tolles Ergebnis für die Spielgemeinschaft aus Neudrossenfeld und Hollfeld.

"Wir haben uns keine zu hohen Ziele gesteckt, schließlich sind drei Spielerinnen gegangen. Vor allem Nora Anders, die Erfahrung aus der zweiten Liga mitbringt, hat uns gefehlt", sagt Volleys-Vorsitzender Carsten Böhm. Nun haben die Volleys die Saison einen Rang höher als im Vorjahr, als beste nordbayerische Mannschaft, beendet. "Also: Ziel erreicht, bassd!", fasst Böhm zusammen.

Dabei sah es teilweise nach Mehr aus: Drei Mal standen die Volleys auf dem Spitzenplatz. Träumte die Mannschaft vom Aufstieg in die dritte Liga? "Nein", sagt Böhm bestimmt. Zum einen sei die Tabelle zu Beginn "schief" gewesen, weil die Top-Teams TSV Sonthofen II und SV Mauerstetten noch Spiele nachzuholen hatten, zum anderen sei der Aufstieg gar nicht erstrebenswert. "Da müsste man viel Geld in die Hand nehmen, aber das widerspricht unserer Philosophie", erklärte Böhm bereits vor der Saison. "Wir sind ein tolles regionales Team und betreiben die Jugendarbeit mit viel Intensität und Erfolg. Zehn Spielerinnen kommen aus Neudrossenfeld und zwei aus Hollfeld." Das Team wird seinem Namen auch im Altersdurchschnitt gerecht: Sieben Damen sind 18 Jahre alt oder jünger.

In dieser Saison kamen passend zur Philosophie mit Hanna Lauterbach, Sandra Ulrich und Anna-Lena Bauer drei Spielerinnen zum Einsatz, die sich zuvor in der zweiten Mannschaft der Volleys etabliert hatten. "Ich bin mit der Leistung unserer Eigengewächse sehr zufrieden", kommentiert Böhm, der stets mit der Mannschaft mitfiebert.


Neun spannende 5-Satz-Spiele

Besonders emotional mitgenommen haben den Vorsitzenden die neun 5-Satz-Spiele in dieser Saison, von denen die Volleys sechs gewannen: "Natürlich ist ein 3:0-Sieg besser für die Nerven, aber ein 3:2 ist auch cool und ein besonderes Erlebnis für die Zuschauer." Bei aller Liebe zur Spannung sei der 3:0-Sieg gegen Marktoffingen Mitte Februar aber sehr wichtig gewesen, weil mit ihm der Klassenerhalt bereits drei Spiele vor Saisonende gesichert war. "Ein schöner Moment, weil die Mädels danach nicht mehr zittern mussten."

Stolz ist der Vorsitzende darauf, dass die Volleys den Drittplatzierten TSV Obergünzburg zwei Mal bezwungen haben. Auch mit dem Vierten SV Esting spielten die Volleys auf Augenhöhe: Einer 2:3-Hinspielniederlage folgte ein 3:2-Heimsieg. "Vielleicht wäre der dritte oder vierte Platz drin gewesen, wenn unsere Ausbeute gegen die unteren Teams etwas besser gewesen wäre."
Mit Meister TSV Sonthofen II und Vize SV Mauerstetten könne sich der Verein aber nicht messen. "So weit sind wir noch nicht."


Trainer bleibt, Zugang in Aussicht

Anfang Mai treten die Volleys bei der bayerischen U20-Meisterschaft an. Dort gibt es nach Aussage Böhms aber nicht viel zu gewinnen, "die südbayerischen Mannschaften sind einfach zu stark. Wie in der Liga dort bestes nordbayerisches Team zu werden, wäre aber schick."

Danach wird in der Spielpause regeneriert, bevor es im Sommer wieder ans Intervalltraining geht. Das wird weiter Marc D'Andrea halten. "Dass Marc uns erhalten bleibt, war mir sehr wichtig", freut sich Böhm. Ob der Kader auch gleich bleibt, sei derzeit noch nicht abzusehen. Einige Spielerinnen machen ihr Abitur und wissen noch nicht, wo die Reise hingeht. Dafür kommt Nora Anders vom Auslandsstudium zurück. "Sie wieder als Spielerin gewinnen zu können, ist meine große Hoffnung", sagt Böhm. Die Chancen stünden nicht schlecht, dass sie zumindest in der Hinrunde zur Verfügung stehe.

Aktiv Ausschau nach neuen Spielerinnen halte der Verein der erwähnten Philosophie wegen nicht, "aber man hört von Unzufriedenheiten bei einem Nachbarverein. Vielleicht tut sich da ja etwas. Wenn jemand zu uns wechseln will, sind wir offen", spielt Böhm auf die Situation beim Tabellensiebten Ballarinas Bamberg an. makl